Das Vorspiel und die Motivation

Als Steini und ich Ende letzten Jahres den Yukon als nächsten Trip festgelegt hatten, war uns noch nicht klar was wir tatsächlich ein Jahr später erleben sollten...

 Aus der Erfahrung im Okavango-Delta war sicher, dass wir beide sehr stille Typen sind, und sollte es im kommenden Urlaub tatsächlich zu irgendeiner Unterhaltung kommen, müssten wir notgedrungen noch jemanden mitnehmen.

Anfang Januar sind mir dann nach langer Überlegung 7 weitere Leute eingefallen die man mitnehmen könnte. Da wir jung, dynamisch und dann auch noch zu neunt waren, war der Yukon allerdings nicht mehr die wahre Herausforderung! In Wirklichkeit allerdings lag das unlösbare Problem darin, dass das für uns benötigte Bier nicht auf den Paddelbooten unterzubringen war.

Damit war der Yukon für dieses mal  gestorben und wir konnten uns endlich einen alten Wunsch erfüllen:

Afrika, Namibia, DAS KAOKOVELD!

Da alle von uns für Deutschland fast unverzichtbar sind, mussten wir früh planen, um zeitgleich drei Wochen die wichtigen Aufgaben ruhen zu lassen. Mit der langen Vorlaufzeit war dies gut machbar. Die Vorbereitung war kein Problem: Es galt ganz einfach alles mitzunehmen was man im abgelegensten Gebiet Afrikas braucht.

 Wichtigster Punkt, die 4×4's. Christbaum hat aus fast 30 Vermietern, Camping Car Hire und 3 Mazda Pick Up's mit Dachzelten für uns klargemacht. Der etwas tiefere Schwerpunkt dieser 4×4's war für das zu befahrende Gelände ideal.

Weiterhin gute Karten, Fliegerkarten, Jan Joubert's Road Book, GPS 38, GPS 3plus mit Aktivantenne. Schläuche für die Reifen, 2 Ersatzreifen pro Auto, Keilriemen, Kabel, Werkzeug, Reifenflickzeug, Wasserkanister, pro Auto eine Kühlbox, Jack, zwei Petromax Lampen und weltklasse Campingstühle mit zwei integrierten Bierdosenhaltern (Globetrotter, Hamburg), eine Grundausstattung für "ambulantes Operieren im Busch", Lariam, Mossie-Spray, Gaskocher und Buschküche und pro Mann mindestens ein Survival Messer (Klingenlänge nicht unter 15 cm), mindestens ein Multi Tool pro Person, mindestens zwei Taschenlampen und ausreichend WD 40.

Weiterhin braucht man das was man unter "know how" versteht!

Da fällt mir ein, war es beim Botswana Trip vor 4 Jahren der völlig unzureichende Kompass, waren es dieses mal "Funkgeräte" die etwa eine Reichweite von zehn, nein sagen wir sechs Metern Luftlinie hatten, für die sich Matze entschlossen hat. Im Unterschied zu damals, war das dieses mal jedoch nicht entscheidend!

Letzte Ungewissheiten wurden kurz vorher beseitigt...  z. B. der genaue Abflugtag. Aus Sicherheitsgründen wurde das Ticket nicht allen ausgehändigt, folglich hat sich Matze im Tag des Abflugs geirrt. Da wir uns gut kennen und so etwas naturgesetzmäßig auftreten kann, konnten wir dieses Logistikproblem vorausschauend und damit rechtzeitig lösen. Die ursprüngliche Idee für Notfälle ein Satellitentelefon mitzunehmen war mit der Iridium Pleite auch erledigt. Es gibt natürlich auch andere Anbieter. Aber aus der grundsätzlichen Überlegung, daß bereits vor 300 Jahren südafrikanische Siedler mit Planwagen unter schwierigeren Bedingungen und auch ohne Satellitentelefon in unserem Zielgebiet unterwegs waren, haben wir es gelassen. Schon genug, daß wir zumindest eine one- way Verbindung nach oben zum Navigieren hatten!

Also, technische Hilfsmittel nach Maß, sind Sie doch schon Ausdruck mangelnden Selbstvertauens und/oder know hows!

 

Diese kurze Vorschichte zusammenfassend kann man sagen, dass wir am Abend des 25.08.00 mit dem guten Gefühl einer Weltklasse Besetzung (wenn nicht wir, wer dann sonst? !) einen in weiten Teilen nicht kalkulierbaren Trip begonnen haben:

 

DIE CHAOTENVELD CHALLENGE

 

Unkalkulierbar nicht nur für uns, sondern auch für die bewährte South African Airways, deren Biervorräte gerade so ausreichend waren. Und das auch nur deshalb, weil ich Gin Tonic verordnet hatte!