Die Story

 

Der erste Tag. Der zweite Tag Der dritte Tag Der vierte Tag Der fünfte Tag Der sechste Tag Der siebte Tag.
Der achte Tag Der neunte Tag Der zehnte Tag. Der elfte Tag Der zwölfte Tag Der dreizehnte Tag Der vierzehnte Tag
Der fünfzehnte Tag Der fünfzehnte Tag Der sechszehnte Tag Der siebzehnte Tag Der achzehnte Tag Der neunzehnte Tag Der zwanzigste Tag



 

Alle erwähnten Strassen und Orte sind auf den Karten und Road Book Skizzen und in der GPS-Waypoint Liste zu finden

 

Der erste Tag

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Über Johannesburg, weiterhin als Jo'burg bezeichnet, flogen wir nach Windhuk, wo wir um die Mittagszeit ankamen. Eine kurze Verzögerung durch den obligatorischen Gepäckverlust und dann in die Stadt, zur Übernahme der 4×4's bei Camping Car Hire.

Papierkram erledigen, die Werkzeugkiste und die Schaufel aus meinem Nissan bei IFN abholen und dann weiter nach Westen in das 200 km entfernte Karibib.

Da wir nach 80 km schon sehr erschöpft waren, mussten wir in Okahandja einen Stop zum Bier- und Wurstkaufen machen. Danach war alles wieder gut und ohne weiteren Zeitverlust ging’s weiter nach Karibib, einer kleinen Stadt, die von einer Marmor- und Goldmine lebt.

Von hier dann im letzten Licht noch 50km weiter Richtung Namib, auf die Farm Neuschwaben/Audawib.

Nach etwa 20 km auf der Schotterstrasse (weiterhin als gravel roads bezeichnet) der erste Reifentotalverlust bei 4×4 Nr.2.

Letztlich haben wir die Farm doch erreicht und trotz langer Nacht und Tag noch gut gefeiert.

Gekocht hat dieses mal leider nicht "Ute die gute", sondern Sylvia, eine Lehrerin aus Deutschland. Wir können zusammenfassen: Sie hat sich bemüht, kann es aber nicht besser, woher auch? !.

Dennoch ist der Spaßfaktor hier hoch. Und Spaß hatten wir.

 


Der zweite Tag

Am Sonntag, um 14.00 Uhr Frühschoppen beim Heiner auf Gamikaup. Dann die erste Geländeprüfung auf dem Farmgelände am Abend.

Nach diesem kleinen Test der 4×4's für den Trip nach Norden, Fortsetzen des Biertrinkens und wieder eine lange Nacht.

Matze hat wieder alles gegeben und wir dann selbstverständlich auch! Gruppenzwang halt!

Nach zwei Tagen war das warming up abgeschlossen.

 

Wir waren mit drei Autos unterwegs, jedes auf seine Art individuell und hochspezialisiert:

 

4×4 Nr.1 "Der Bärchenbomber"

 

Udo Kremer (Udo, weltbester Einweiser beim off-roaden, Meister im Erdofenbau)

Marcus Stein (Steini, BC-Stein oder BC)

Markus Geyer (Max, Dr. G-Punkt oder Der Reiseleiter)

 

Zuständig für Navigation, Routing, gefährliches Halbwissen, Küche, Medizin, Verwalten, Beschaffen und Auffüllen der Nahrungsmittelreserven, insbesondere unter Beachtung der Milchpulverbestände.

 

4×4 Nr.2

 

Matthias Deeg (Matze, "Himba-Matze-Friend of all Himbas", selten auch Cottbus- oder Milzbrand-Matze, ist unangefochtener Entertainment- und public-relations Chef von uns)

Christian Landgraf (Christbaum, Technikchef)

Thomas Walter (THW, Thomas, Dr. Walter, oder nur Doktor „auf Walter lege ich keinen Wert")

 

Zuständig für technische Probleme aller Art, Co-Navigation, gefährliche Zwischenfragen, das schlechte Gewissen des Reiseleiters, Entertainment und public-relations, Verwalten, Auffüllen und Zuteilen der Bierreserven

 

4×4 Nr.3

 

Marcus Körbitz (Piez, Eagle-Eye- oder Mitdenk-Piez)

Sven Lindemann (Lonner)

Stefan Bahrenburg (Stefan, Finanzminister)

 

Zuständig für alle Geldfragen, Stefan hat eigenes Geld unsererseits immer streng untersagt und beim Auftauchen von "Schwarzgeld" wurde es sofort eingezogen.

 

Zuständig für alle Geldfragen, juristische Fragestellungen, Consulting, Aufbewahren und Instandhalten der Buschküche, Auffüllen und Verwalten der Softdrink-Reserven, universelle Einsetzbarkeit .

 

Der dritte Tag

Nach etwas kurzem Schlaf, waren dann morgens die Bank, der local hardware supplier, der bottle store, der Supermarkt und die Tankstelle in Karibib fest in unserer Hand.

Wir haben innerhalb kürzester Zeit soviel eingekauft, dass unserer technischer Chef Christian wohl einen vorzeitigen Achsbruch befürchtet hatte.

Und in der Tat es fiel zunächst etwas schwer die 720 Dosen Bier, Gin, Tonic, im weiteren kurz GT genannt, Wodka, das Futter usw. unterzubringen. Aber es ging selbstverständlich.

Unser Tagesziel, war das etwa 600 km entfernte Okaukuejo im Westen der Etosha Pfanne. Da das Andersson-Gate des Nationalparks mit Sonnenuntergang dicht macht und zwei unserer 4×4's noch neue Reifen in Otjiwarongo bekommen sollten, war die Zeit gegen uns. Letztlich war die Reifenwechselaktion in Otjiwarongo für afrikanische Verhältnisse wahnsinnig schnell. Über Outjo erreichten wir dann mit dem Sonnenuntergang das zwar schon geschlossenen Gate, aber Dank unseres Public Relation Chefs und Windhuk Lager ging es für uns auch wieder auf. Erste Springbockherden, Zebras usw. auf dem Weg ins Camp.

Nach dem Umbau des Druckminderes unserer Gasflasche war auch irgendwann die Buschküche voll einsatzfähig und es gab das, was wir gerne und oft gegessen haben: Pasta und Tomatensoße.

Der Reiseleiter musste letzte Zweifel über das Kreuz des Südens ausräumen, und die von uns die Geduld am Okaukuejo Wasserloch hatten, konnten die ersten Elefanten und Rhinos sehen. Die erste Nacht unterm geilen afrikanischen Himmel, auch im touristisch voll erschlossen Etosha N.P., war eine gute Sache.

 

Der vierte Tag

 

Tagesziel sollte heute Khowarib Camp oder zumindest der östliche Eingang der Khowarib Schlucht im Süden des Kaokovelds sein. Über die gravel roads D2779-D2673 erreichten wir Kamanjab, ein kleines Dorf mit Tankstelle und gutem Supermarkt. Da Sesfontein und Opuwo ebenfalls Tankstellen haben, mussten wir hier noch nicht die Kanister tanken. Eigentlich wollten wir noch mindestens 2 Dz. Steaks kaufen, aber es war nichts gescheites aufzutreiben.

Über die C35 nach Ruacana, nahmen wir dann etwa 54 km nördlich von Kamanjab.

den Abzweig RD 3223 nach Westen. Der Weg war recht gut befahrbar. Ab dem Abzweig von der C35 war allerdings endgültig Schluss mit dem, was man Zivilisation nennt. Ab hier war dickstes Schwarzafrika und wir weit und breit die einzigen Weißen.

Das ehrgeizige Ziel noch den Osten des Khowarib Canyons zu erreichen wurde durch den drohenden Sonnenuntergang um etwa 40 km verfehlt. Das hört sich nicht viel an, der Zeitaufwand wäre aber etwa 4 Stunden gewesen. Das Road Book schlägt August Farm als Camp vor. Da die Gegend um Augusts Farm, nachdem wir sie endlich gefunden hatten, recht bevölkert war, beschlossen wir die Red Line noch zu überqueren.

Am Disease Check Point Kamdesha Gate warnt man uns noch vor Elefanten und bereits in absoluter Dunkelheit fahren wir noch etwa 6 km weiter. An einer günstigen Stelle mit Baum schlugen wir dann das Camp auf. Obwohl man Elefanten zu hören glaubte und Elefantenscheiße auch zu finden war, haben wir hier keine zu sehen bekommen. Wie bereits erwähnt waren wir im Land der weltbesten Steaks ohne Frischfleisch unterwegs und die kommenden 12 Tage mussten wir deshalb überwiegend vegetarisch aber dennoch abwechslungsreich überleben. Heute gab’s Erdkartoffeln. D.h. Kartoffeln in Alufolie, Loch ausheben, Kartoffeln rein, Glut vom Lagerfeuer drauf und nach etwa 43 Minuten waren dann die weltbesten Erdkartoffeln gar. Zusammen mit Kräuterquark und Corned Beef nicht schlecht! Mit einigen Biers und GT ging auch dieser Tag zu Ende, wie es bei allen kommenden auch sein sollte.

 

Der fünfte Tag

Tagesziel war heute wieder die Khowarib Schlucht und Seisfontein. Es galt nun zunächst einmal 40 km heftigste Sandfelder zu überwinden. Das war eine verdammt staubige Sache. Feinster Puderzuckersand. Jeder Schritt hatte eine schöne Staubwolke zur Folge, in der man erst mal stand. Mit den 4×4's ganz klar um so heftiger, auch beim langsamen Fahren standen hohe Staubsäulen über uns. Die Scheibenwischer mussten 'ran um halbwegs Sicht zu haben. Trockene Flussarme mussten durchfahren werden... eine Strecke die etwas Einsatz erforderte. 

Etwa 10km vor dem östlichen Eingang der Schlucht (Baadjie) war nach einer 4×4 Passage im Auto Nr. 1 irgendwie die Kraftübertragung auf die Hinterachse unterbrochen, d.h. nach Umschalten in den  2×2 war nicht mehr von der Stelle zu kommen. Ein Fahrfehler lag nicht vor. Zur Problembewältigung musste die Fehlerquelle gefunden werden. Nach etwa einer Stunde dann bad news vom Chefingenieur Christbaum, das hintere Diff war am Arsch. Ein kapitaler Schaden also. Unser Glück, wir waren noch nicht weit im Kaokokoveld, eigentlich nur eine Tagesreise von Kamanjab.

Dennoch für alle die es auch versuchen wollen: So was muss einkalkuliert werden, man kann dem auch mit materialschonender Fahrweise nicht unbedingt entgehen, die Autos unterliegen auch so schon recht extremen Belastungen und wenn es die vom Vormieter waren! Immerhin waren die Kisten bei Kilometerstand 30000 noch recht neu.

Der Rest des Tages stand nun im Zeichen der Bergungsaktion. D.h. im 4×4 konnte man ja noch fahren, eben nur über die Vorderachse angetrieben. Wir hatten die Staubfelder und Sandlöcher ja gerade überwunden, jetzt alles wieder in umgekehrter Richtung und mit noch mehr Aufwand, da mit Zweiradantrieb hier nicht viel zu gewinnen war. Es war also mehrfach notwendig die Karre mit dem Seil und viel man power "aus dem Dreck zu ziehen". Am Nachmittag erreichten wir wieder Kamanjab. Dort konnten wir telefonisch Frank von CCH in Windhuk erreichen. Bereits eine Stunde später um 5, war ein Fahrer mit neuem 4×4 nach Kamanjab unterwegs. Riesiger Service! Heute verbrachten wir die Nacht in einem Camp bei Kamanjab. Dort gab's auch gute Duschen. Da wir bis zur Eichel total eingesandet waren, auch dringend notwendig.

Heute gabs weltklasse Pasta mit Tomatensoße. Überdies wurde uns von Matze fast täglich eine dicke grüne und eine dünne weiße Tablette zugeteilt. Diese sollten unserer Gesundheit zuträglich sein. Wie auch immer, auf alle Fälle leuchteten alle Pissbecken fortan selbsttätig. Dieses Autofluoreszensphänomen war zumindest mal nicht bedenklich und so wurde jeder gezwungen (!) die Dinger zu schlucken.

So etwa um 10.30 PM war dann der neue 4×4 aus Windhuk eingetroffen, und nach der Übernahme, der Fahrer auch schon wieder auf dem Weg dorthin zurück. War auch für Ihn dann ein ziemlich harter Tag! Udo, Thomas, Matze, BC und ich versammelten uns dann noch in der Bar. Bei viel GT und Bier ließen Matze und ich uns die Funktion und den Aufbau eines Diffs erklären und waren am Ende an Erfahrung reicher und wir alle dann aber auch recht voll! Ein spannender Tag!

 

Der sechste Tag

Da wir von Süden kläglich gescheitert waren, versuchten wir nun das Kaokoland vom Norden aus zu nehmen, und erst gegen Ende wieder die zunächst geplanten Punkte im Süden zu erreichen. In Kamanjab besorgten wir nochmals Wurst, Reis und Pasta, "Frischmilch", Zucker für die Himbas usw. und begaben uns dann wieder auf die C35 und über den Galton Gate Disease Check Point ins Kaokoland. Irgendwo auf dem Weg hat der 4×4 Nr. 2 eine Kassette (die von Matzes Maus), sowie eine Karte verloren, die "wegen Unterdruck  aus dem Fenster gesaugt wurde". Da Nr. 2 auch einen erheblichen Teil der Bierreserven hatte, war das alles leicht zu erklären.  Gegen 3PM war Ruacana erreicht.

Hier mussten wir vollmachen. Vor uns lag 1 Woche und 700km z:T. heftigstes Gelände und keine weiteren sicheren Einkaufmöglichkeiten und vor allem keine Tankstellen. Die Autos hatten einen 80+60 l Tank und entsprechend Reservekanister. Die 4 Supermäkte am Ort und die BP-Oase waren auf das notwendigste Angebot beschränkt. Und so kauften wir nochmals Brot, verdammt viel Macharonis, Kartoffeln, und Wasser. Da wir die kommenden 3 Tage am Kunene unterwegs waren, konnten die Wasserkanister noch leer bleiben.

Mit insgesamt 720l Sprit, dafür aber nur noch 630 Dosen Bier und jede Menge vegetarischem (!) Futter machten wir uns auf den Weg. Der Blick in das Kunene-Valley und nach Angola war weltklasse. Die Ruacana Falls und das Kraftwerk waren allerdings vom Aussichtspunkt nur schwer einzusehen. Gegen Abend erreichten wir dann das Hippo Pools Camp. Hippos waren nicht zu sehen, dafür gab’ s jede Menge Mosquitos!

Mit Erdkartoffeln, Kräuterquark, Corned Beef, einem schönen Sonnenuntergang und GT (nur  wegen der Malaria) beschlossen wir diesen Tag.

 

Der siebte Tag


Heute wollten wir nach Swartbooisdrif und dort bis zur Kunene Lodge kommen. Diesen Punkt kann man von Süden über Opuwo auf die relativ einfache und über die relativ schwierige Art am Fluss entlang erreichen. Wir entschlossen uns für die zweite Möglichkeit.

Einer der 7 Trecks im 17. Jahrhundert ausgehend von Capetown, der Dorsland Treck, war hier einst auf Zwischenstation, bevor sich die Siedler dann endgültig in Angola niederließen.

Von Ruacana aus sind es etwa 55km nach Kunene Lodge. Man schafft so etwa 10 km in der Stunde, fahrerisch nicht ganz leicht, auf der Kaoko-Scale eine dreier Strecke, was da heist: 4×4 needed full time. Difficult road. Vor schwierigen Stellen, kurzer Meinungsaustausch über die zu wählende Fahrspur, auffüllen mit Steinbrocken und dann drüber. So ging es bergauf und dann wieder 'runter zum Fluss und wieder von vorne. Massig Himbadörfer entlang des Kunene und natürlich Himbas die uns begleitet haben. Und ne wirklich geile Landschaft! Dichter Palmenbewuchs am Flussufer, bergiges Halbwüstenhinterland auf Namibia- und Angolaseite.

Da sich die Himbas dem roten Untergrund sehr gut anpassen, waren sie oft "wie aus dem Nichts" neben uns.

Die Ovahimba, wie das Volk richtig heißt, lebt bis auf wenige Einflüsse der sog. Zivilisation noch recht traditionell. Die Leute sind freundlich, recht groß und gut gebaut. Leben von Bockies (Ziegen) und vom Blut ihrer Rinder. Die Lebensweise ist nomadisch, man wohnt in Lehmhütten im Kraal. Frauen und Männer reichlich mit Schmuck auf der mit einer Mischung aus roter Erde und Milchfett gefärbten Haut. Die Männer zusätzlich oft mit Pfeil und Bogen ausgestattet. Ein glückliches Volk von bockie- und rinderzüchtenden Jägern und Sammlern also. Auch wenn einem bei genauem Hinsehen die eine oder andere TBC- oder HIV-Infektion nicht verschlossen bleibt, geht’s den Leuten da oben gut, das war unser aller Eindruck, währen der gesamten Zeit im Kaokoland.

Am frühen Nachmittag erreichten wir die Kuene River Lodge. Eine wahrlich schöne Oase nach einem heißen und staubigen Tag. Während sich die ersten von uns kurz im Kunene versenkt hatten und das auch ohne Croc Angriff überlebt haben, was wahrscheinlich daran liegt, dass die Crocs einfach zu überrascht waren, zogen wir schließlich alle den Pool vor. Extreme Relaxing und hemmungsloses Biertrinken bestimmten nun den Nachmittag. Gegen Abend sind wir dann mit einem Raft, welches reichlich GT dabei hatte ein paar km flussabwärts gefahren.

Eine absolut friedliche Gegend hier oben, kaum zu glauben, dass in Angola seit Jahren Bürgerkrieg ist.

Nun ja, die Sonne war untergegangen und wir, man muss es so sagen, waren ziemlich voll.

Wichtig war nun zunächst in der Lodge ein weltklasse Steak 'reinzuziehen, bevor wir den Abend auf dem Bootssteg dann noch mit ein paar Drinks beendet haben.

Ein schöner Tag!

 

Der achte Tag

Ziel war heute Epupa Falls. Vor uns lagen 91 km Strecke, die GPS Entfernung zu Epupa war 78 km. Nach gutem Frühstück und dem morgendlichen Überlisten des Battery Buddys und dann doch anschieben der Autos, waren wir um 8.30AM auf dem Weg. Die Strecke war geil! Gute Landschaft und mit 3 und 4 auf der Kaoko-Scale bewertet. D.h. der 4×4 im low range musste oft rein und der Spritverbrauch lag bei etwa 30 Litern. Insgesamt war heute von einer Gesamtfahrtzeit von 10 Stunden auszugehn. Wenn wir auch sonst neben den Himbas niemandem begegnet sind, heute haben wir einen Südafrikaner getroffen, der die Sache zu Fuss und alleine machte. Sicherlich, man fährt hier oben nicht wesentlich schneller als man auch zu Fuss wäre. Nach kurzem Erfahrungsaustausch lief er weiter Richtung Swartbooisdrif und wir fuhren im low range langsam weiter in der anderen Richtung.

Etwa 31 km vor Epupa, zeigte das GPS eine gewaltige Kursabweichung. Nach Westen mussten wir, aber nach Südsüdwest fuhren wir. Zunächst sind Kursabweichungen nicht dramatisch, weil die Piste ja einen Bogen machen konnte. Der aufgezeichnetete Weg auf dem GPS im Vergleich mit den Karten, verriet aber dann doch, dass das so nicht stimmen konnte. Wir (nicht wir, der Reiseleiter wars!) mussten irgendwo am Fluss einen falschen Abzweig genommen haben. Die Fahrspur war dort oft so gut wie nicht zu erkennen, es war also durchaus möglich!

Wir befanden uns allerdings auf einer gar nicht so schlechten Pad und die Weggraphik, zusammen mit der Karte, zeigte dann auch wo wir waren. Wir beschlossen weiter Richtung Omuramba zu fahren und dann von dort wieder nach Norden.

Wie das Road Book schon beschrieb, war es zwar ein Umweg, die Pad aber mit einer 2 auf der Scale, zumindest bis Omuramba zügig zu befahren. Ab dort dann wieder Richtung Norden auf einer recht breiten Wellblechpiste. An dieser Stelle sollte es einmal gesagt werden: Das Kaokoveld ist wahrscheinlich für Zahnprothesenträger und Leute mit Wirbelsäulenproblemen absolut nichts!

Über das bergige Hinterland erreichten wir mit dem letzten Licht wieder den Kunene und auch Epupa Falls. Von Westen kommend nahmen wir das 2. Camp auf der Flusseite. Es ist das deutsche Omarunga Camp von Ermo Safaries. Deutsches Camp, etwas unfreundlicher Empfang, wie sollte es anders sein, aber dennoch nicht schlecht und letztendlich auch entgegenkommende Betreiber. Alles war gut. Die Bar sowie das Abendessen waren heute nur für Lodge-Gäste reserviert. War aber auch anscheinend wirklich voll und die Kapazität dieser Betriebe auch nicht besonders groß.

Also gab es heute endlich mal wieder weltklasse Maccheroni mit Tomatensoße!

Und da war es wieder, das schlechte Gewissen des Reiseleiters aus 4×4 Nr. 2. Man meldete Bedenken an ob der Sprit denn reiche, ob man besser in Opuwo nochmal tanken sollte. Und wie weit es denn ist und überhaupt!?

Ja, das Kaokoveld war ja nun auch was absolut neues für mich. Wegen mangelnder Erfahrung, möglicherweise sogar gefährlichen Halbwissens, musste hier die Ungewissheit mit Logik und ein paar GT überwunden werden.

Aber sicherlich, unter dem Eindruck von gerade einmal 160 km zurückgelegter schwieriger Strecke und damit Spitzenverbrauch wird man schon nachdenklich. Aber es sind und bleiben insgesamt von Tankstelle zu Tankstelle etwa 700 km und das Ganze ist damit vorher spritmäßig zu kalkulieren. Ist man mit drei Mann und massig Ausrüstung und viel Pilsbier unterwegs und weiß nicht genau ob Sesfontein Sprit hat, sollte man seine Route danach planen. Das Mariental nochmal hoch bis zum Kunene zu fahren ist dann zumindest fragwürdig. Da Sesfontein Sprit hatte, wäre es aber durchaus 'drin gewesen. Wussten wir aber nicht so genau zu diesem Zeitpunkt. Und wenn nicht drei Autos weiterkommen, Palmwag hat immer Benzin und dann muss einer notfalls zum Tanken da hinfahren. Also für alle die es uns nachmachen wollen: Cool bleiben, nicht nach Opuwo fahren. Ist auch verdammt weit weg vom eigentlichen Kurs! Damit ist kein wesentlicher Spritgewinn möglich! Es haut alles hin!

Obwohl wir eigentlich in Stefans Geburtstag 'reinfeiern wollten, sind wir hier auf halber Strecke verendet. Die Sonne und der Weg und der Gedanke elendig mitten im Nichts ohne Sprit für immer im Kaokoland bleiben zu müssen, haben uns fertig gemacht. Ein heftiger Tag mit off-road vom feinsten.!

 

Der neunte Tag

Heute extreme relaxing. Die Epupa Fälle sind zwar nicht so gross und so hoch wie die Vic Falls 1000km weiter im Osten, aber richtig schön! Und das umgebende Kunene Tal naturmäßig eindrucksvoll. Von Omarunga sind es gerade 10 Minuten zu Fuß. Nach dem Ausgiebigen Bestaunen des Wasserfalls und den Gruppenfotos begaben wir uns in die vorgelagerten Pools. Das sind natürliche Steinbecken, die wegen der Strömung frei von Crocs und ideal zum Entspannen sind. Mit dicker Zigarre, schönem kalten Pilsbier und Blick in den tiefblauen afrikanischen Himmel, hatte schnell jeder den Zustand größter Zufriedenheit erreicht.

Verdammt gut diese Epupa Falls!

Am Nachmittag versuchten wir unser Nahrungsspektrum mit Fischen zu erweitern. Im nahen Dorf noch ein paar Angelhaken besorgt, aus Palmwedeln Angelruten geschnitzt, begaben wir uns erwartungsvoll zum Ufer. Jeweils einer aufs Angeln konzentriert, ein anderer auf verdächtige  Wasserbewegungen. Crocs kündigen sich vorher nicht groß an...!

Als Köder waren die restlichen Maccheroni vom Vorabend bestens geeignet und haben den Fischen auch gut geschmeckt, nur angebissen hat kein richtiger...

Immerhin haben Lonner und Thomas jeweils einen 'rausgeholt. Der vom Thomas wäre allerdings fast durch den Grillrost gefallen..

Kurz gesagt, es war nicht weit her mit dem Fischessen. Wir wären kläglich verhungert.

Aber Spaß hat's gemacht!

Es gab also 1 ½  spitzenmäßige Fische von den jeder `ne Ecke abbekommen hat und jede Menge Bratkartoffeln mit Rührei.

Mit einigen Biers und für Dr. Walter und mich recht viel GT wurde der 33ste von Stefan begossen. Ein sauguter Tag!

 

Der zehnte Tag

Nach schnellem Frühstück, verließen wir heute die Kunene Region.

Die Fahrspur führte uns über Omuramba zunächst nach Okangwati.

Den Omuhonga  „Tradional Himba Demonstration Kraal“, zwischen Ondova und Okangwati können wir zumindest nicht empfehlen. Es gibt massig und vor allem noch traditionellere Kraals im gesamten Kaokoland!

In Okangwati gibt es drei Shops und eine alte Armee Basis. Das Angebot hier ging wieder gegen Null. Immerhin konnten wir ein paar Soft Drinks besorgen, um nicht gleich in der heißen Mittagszeit wieder viel Bier trinken zu müssen. Es soll dort auch zeitweise Sprit geben.

„Barrel is empty“, wir haben also keinen gefunden.

Wir machten noch einen kleinen Abstecher zu den Otjisandjasemo hot springs. Sollte man wirklich unter Wassermangel leiden, kann man dort recht mineralhaltiges Wasser (verdammt salzig) aus einer der Pfützen holen.

Die Route macht dann einen Knick und führt dann nach Westen. Über Etengwa, eine weitere kleine Siedlung, erreicht man Okauwa. Hier ebenfalls ein kleines Himbadorf und ein funktionsloses Windrad zur Wasserförderung. Die Strecke heute, mit einer 3 auf der Kaoko Scale bewertet:. 4×4 needed full time, difficult road.  Das trifft in jedem Fall für die zu durchfahrenden Flussbetten und einige recht steile Bergpassagen zu, die zudem auch recht felsig sind. Ab Okauwa beginnt langsam der Anstieg Richtung van Zyls Pass. Hier ist zum 4×4 auch der low range angesagt.

Wir fuhren heute bis kurz vor Sonnenuntergang, so etwa sechs km südlich von Okauwa war heute unser Camp.

Lonner, der Chef des Lagerfeuers hatte sehr schnell ein riesiges Feuer gezaubert, welches bestimmt über das gesamte Kaokoland zu sehen war.

Besonders abwechslungsreich, da uns wieder kein Steak begegnet war, bestand das Dinnermenü heute aus Reis und ein paar Bierchen und für einige zumindest aus einer schönen, dicken, guten Zigarre.

Die Lagerfeuerromantik war heute  für Christbaum, Thomas und Max besonders reizend. Der 4×4 Nummer 2 und deren Wohnung, befand sich nämlich direkt im gewaltigen Abluftstrom der Feuerstelle. Das wir es überlebt haben verdanken wir wahrscheinlich dem jahrelangen Genuss von Tabakwaren und damit der Gewöhnung an hohe CO2-Konzentrationen.


Der elfte Tag

Heute stand uns der mit Spannung erwartete, berüchtigte van Zyls Pass bevor. Nach dem Durchfahren des Otjinjange-Flussbetts, erreichten wir zunächst Otjitanda und danach Otjitende. Das Land war hier recht grün, die Fahrspur mit 3 bewertet noch recht gut. Da es um Otjihende noch ein paar Abzweige gibt, ist der Blick auf das GPS schon zu empfehlen. In Otjihende gibt es auch ein Zeugnis Deutscher Entwicklungshilfe. Hier hat man einen Brunnen gebohrt und mit einer Handpumpe und und Windmotor versehen. Das war 1998. Leider hat die Anlage nur 15m3 Wasser gefördert bevor sie am Arsch war. Immerhin kann man das auf dem Wasserzähler ablesen, der gewissenhaft in einem Metallkäfig angebracht ist. In Otjitanda besuchten wir Chief Tjingee und seinen Kraal. War echt ganz interessant. Wir machten  ein paar Gruppenfotos mit Chief und Familie/Dorf, überreichten Kautabak und Zucker und ein paar Vitamintabletten. Wie die Himbas das damit auftretende Fluoreszieren deuteten kann nur vermutet werden. Hoffentlich als „guten Zauber“! Ab Otjihende wird der Weg dann wieder richtig spannend. Ab hier, bis zum höchsten Punkt sind es etwa 13km. Ein enger und steiler Pfad mit recht beachtlichen Felsbrocken drauf.

Hier war oft die Fahrspur zunächst zu bestimmen, dann aufzufüllen und dann den Handzeichen des Einweisers folgend zu befahren. Es war ein landschaftliches Highlight. Hinter jeder Kuppe andere Felsformationen auf und neben der Fahrspur! Abschnittsweise so steil, dass man keinen Weg mehrgesehen hat, sondern der Blick geradeaus in den Himmel ging. Auf dem höchsten Punkt angelangt, hatten wir dann eine wahnsinng gute Aussicht über die westliche Randstufe in das Tiefland der Namib/Sceleton Coast, Richtung Atlantik. Die Berggipfel zwischen und auf denen wir hier waren sind so um die 1600m hoch.

Der Abstieg war fast noch spannender. Wir rutschen in einer verdammt steilen Fahrrinne sozusagen auf direktem Weg die Bergkette hinunter.

Dieses Gefälle ist der Grund, weswegen das road book einem nahe legt, den Pass nur von Osten nach Westen zu befahren und keinesfalls in der Gegenrichtung. Mit viel Ausdauer und guten Nerven und dem richtigen Material, ist das unserer Ansicht nach aber schon möglich. Die Routenplanung von Osten nach Westen ist aber in jedem Fall sinnvoller!

Man erreicht das Tal in einem U-formigen Einschnitt der Gebirgskette. Am westlichen Fuss des Passes findet sich dann ein Haufen Steinplatten, wo sich die verewigt haben, die den Pass bezwungen haben. So taten wir’s dann auch. Alles in allem war es ein spannender aber durchaus machbarer Vormittag. Also keine Angst vor dem Pass, nur etwas Respekt!

Oft sind es auch nicht die schwierigen Abschnitte, die Material kosten, weil hier jeder aufpasst....etwa 500m weiter auf eigentlich gutem Weg hat 4×4 Nr. 3 einen Felsbrocken missachtet und ne Felge+Schlappen verheizt. Etwas Schwund muss schon sein!

Am Ende des U-förmigen Taleinschnitts beginnt das Marienfluss-Valley. Die Landschaftsbild wird nun durch eine weite, offene und vegetationsreiche Savanne bestimmt. Hier geht ein Weg Richtung Südwesten ab. Wegen des Sprits war der Marienfluss bis hoch zum Kunene schon bei der Planung in Deutschland eher fragwürdig. Ohne den Umweg über Marienfluss Junction nehmen wir hier also den short cut der quer durch das Tal führt. Super Landschaft, Oryx- und Springbockherden, die sich am besten entspannt vom Dach des Autos aus betrachten lassen.

Am Nachmittag erreichen wir Red Drum oder afrikaans Rooidrom, eine rote Tonne, die in jeder Karte als Landmarke eingezeichnet ist. Hier treffen 3 Pads zusammen, die zum Hartmanns-Valley nach Westen, die zum van Zyls Pass und Marienfluss nach Norden und die Richtung Orupembe nach Süden.

Wir nehmen die nach Orupembe.

Wir treffen hier auf einen Deutschen der im Synchro durch Afrika unterwegs ist. Ob er mit der Kiste den Pass hochfahren konnte ist mehr als zweifelhaft.

Etwa 10km nach Red Drum wird der Weg wieder heftiger und erreicht die 3 auf der Kaoko Scale. Die Sonne stand auch schon recht tief, sodaß wir auf dem Red Drum Pass blieben.

Heute gabs übrigens endlich mal wieder Erdkartoffeln und Corned Beef!

Es war der Geburtstag von Himba-Matze, und er hatte für uns und sich wieder ein besonderes Entertainment Programm vorbereitet.

Nach einigen Biers und GT waren bald 9 erwachsene Typen im Lendenschurz, mehr oder weniger im Takt von 70er Jahre Schlagern, um ein riesiges Lagerfeuer, „himbamässig“ unterwegs. Da wir vermutlich die einzigen Leute in weitem Umkreis waren, konnten wir sicher sein das es niemand sieht!

Es hat richtig Spass gemacht! Damit war klar, dass die Errungenschaften von tausenden Jahren Menschheits- und Kulturentwicklung recht schnell den Bach hinuntergehen können und dass zumindest dort für uns „back to the roots“ wesentlich einfacher war, als „back to civilization“.

Es war ein geographisch, off-road-mässig und kulturhistorisch abwechslungsreicher, sauguter Tag!

 

Der zwölfte Tag

Weiterfahrt von Red Drum Pass über die Onjuva Plains nach Orupembe und Purros.

Savanne,  Sandwüste, Gebirgsketten, weites Land und Wellblechpiste unter den Reifen prägte unseren Weg nach Süden. Besonders die Savannenlandschaft der Onjuva Plains und die Wüste zwischen Orupembe und Purros machen klar, warum Namibia auch land of the wide and open spaces heißt. Zeitweise sind wir nur etwa 60km von der Küste entfernt, die Wohlfühltemperatur wurde dann ab und zu unterschritten.

Orupembe besteht aus einem Windrad und ein paar Himbabehausungen.

Auch hier treffen sich mehrere Wege. Die Karte und das GPS verraten welcher der Richtige ist.

Entlang der Sceleton Cost, allerdings im Hinterland, fahren wir auf ziemlich übler Wellblechpiste nach Süden. Wir fahren so um die 80km/h, was einem nach tagelanger Fahrt im low range recht schnell vorkommt. Gegen Abend liegt Purros und der Hoarusib Fluss vor uns. Unsere Biervorräte waren bereits am Morgen zu Ende gegangen. Ein unhaltbarer Zustand. Da Christbaum mit 720 0,5er Dosen kalkuliert hatte, wir aber nur 0,33er bekamen, war das abzusehen. Purros selbst, ist wieder ein recht staubiges Dorf. Architektonisch aber eher vom Baustil der Damara geprägt. Es kommt hier weniger Lehm und Holz zur Anwendung, dafür mehr Blech und Pappe. Auf der Suche nach einem Bottle Store fuhren wir zwei Schleifen um und durch das Dorf. Dem Scharfsinn des 4×4 Nr. 1 war bald klar, dass hier kein Bier in ausreichender Menge aufzutreiben war, und ohne den Versuch der Kontaktaufnahme fuhren wir weiter und überliessen die Bürger von Purros kommunikationslos in einer großen Staubwolke sich selbst. Dafür gab es herbe Kritik aus 4×4 Nr. 2 und dann auch noch aus Nr. 3! - Unglaublich. Und doch wahr!

Als die Pad schliesslich breiter wurde, wussten wir, dass dies nun der auf der Karte eingezeichnete Flugplatz war. Von hier war es nicht mehr weit zum Camp im Flussbett des Hoarusib. Wir waren nun wieder im Territorium der Wüstenelefanten, was an massig Elefantenscheiße und riesigen Spuren leicht zu erkennen war. Das Camp verfügt über originelle Buschduschen und facilities, die so gut an die Umgebung adaptiert sind, dass man sie kaum findet. Und für uns problemlos zu finden, eine kleine Bar! Hier konnten wir endlich nach 6 entbehrungsreichen Stunden einige Paletten Bier kaufen.

Das Camp ist wirklich zu empfehlen. Es gibt mehrere gute Plätze zwischen hohen Bäumen. Aber Achtung! Keine Klamotten auf die Vegetation hängen. Die Termiten fräsen schöne Fraßspuren in alles was da drauf liegt!

Im Purros Camp lernten wir den Canadier Chris kennen, der zu Fuss durch Afrika unterwegs war. Zwei Tage war er jetzt mit uns auf dem Weg nach Süden.

Nach Tagen gab es endlich mal wieder Maccheroni mit Tomatensosse, abwechslungsreich heute  in der Variante extra scharf mit Peri-Peri.

Wir saßen wieder recht lange am Feuer, diskutierten über die globalen Probleme, über Afrika, über Deutschland und die Wirtschaft, und stellten bei 7,9 Promille wie so oft fest, dass wir unschlagbar sind!


Der dreizehnte Tag


In der vergangenen Nacht waren wohl keine Elefanten im Camp, das hätten wir trotz allem bemerkt.

Die waren nämlich 5km Flussaufwärts. Dort sind noch ein paar Wassrstellen im Hoarusib. Vor unserer Weiterfahrt sind wir mit dem Campbetreiber dorthin gefahren. Die Wüstenelefanten sind riesig, eine eigene Subspezies, nicht nur größer, auch aggressiver! Der Afrikaner hatte jedenfalls großen Respekt. Die Nachricht, dass ein Elefantenbulle im Damaraland vor ner Woche zwei Leute in die ewigen Jagdgründe geschickt hat und an anderer Stelle ein Toyota geschrottet wurde, erreichte uns ebenfalls noch in Purros. Wie auch immer, es sind wohl mit die interessantesten und beeindruckendsten  Tiere in Afrika.

Mit der Warnung vor dem Bull of Hoanib verabschiedete uns unser Guide und wir fuhren weiter nach Süden. Unser Ziel war heute Sesfontein im Norden des Damaralandes.

Berühmt und berüchtigt für häufiges Vorkommen von Wüstenelefanten, ist die Hoanib Schlucht. Über Amspoort erreichten wir den Westeingang der Schlucht. Nach kurzer Suche befanden wir uns auch schliesslich in der richtigen Fahrspur im Flussbett des Hoanib. Die Landschaft war wieder vom feinsten. Die am Osteingang gelegenen Staubsandfelder waren selbst aus 20 km Entfernung wegen des Puderzuckersandes in der Luft über dem Ostteil des Hoanib zu erahnen. Wir waren nun wieder im wildreichen Süden des Kaokolandes, dort in etwa, wo wir vor 10 Tagen das Problem mit dem Diff hatten.

Zwischen steilen Felswänden fuhren wir nun im low range im Flussbett nach Osten. Elefanten und Giraffen waren hier bestens zu beobachten. Neben uns waren noch 2 weitere Autos in der Schlucht unterwegs. Nachdem uns tagelang eigentlich niemand begegnet war, ein klares Anzeichen, dass wir nicht allzu weit von Sesfontein entfernt waren.

Amspoort heißt Flaschenhals, der richtige Poort, die Enge, befindet sich etwa auf halber Strecke nach Sesfontein. Hier bilden die Felswände einen schmalen Durchgang, den Mensch und Tier zwischen dem Ost- und dem Westteil des Tals passieren müssen. Etwa 50m nach der Enge konnte man in etwa 500m Entfernung einen recht grossen Bullen ausmachen, der uns auch gleich entdeckt hatte. Wir beschlossen recht schnell vom Dach der Autos nach unten zu kommen und bewegten uns dann noch ein Stück weiter. Der Bulle kam nun aus beachtlicher Entfernung mit noch beachtlicherer Geschwindigkeit und aufgestellten Ohren direkt auf uns zu. Ein Ausweichmanöver Richtung linke Schluchtseite ging schief, weil das Vieh direkt vor unserem 4×4 Nr. 1  zunächst stehen blieb und direkt einen Angriff startete. Sand flog auf die Kühlerhaube und gesehen hat man eigentlich nur die grossen Füsse und den Rüssel, der Rest vom Bullen war ausserhalb des Blickwinkels über dem Auto. Da standen wir nun, 4×4 Nr 2 und 3 etwas weiter schräg hinter uns. Der Bulle war äußerst aggressiv, links der Stosszahn abgebrochen, aus dem Schwanz und zwei Stellen vor den Ohren heftig triefend, was da heist höchste Alarmstufe!

Und da stand er nun stampfend im Sand, uns fest im Blick, direkt vor dem Kühler. Was tun?-

Erstmal nix!

Normalerweise hätte man den Motor abstellen müssen, an den Weg zurück oder überhaupt an irgendeine Bewegung war sowieso nicht zu denken. Da das Ganze aber nur mit geräuschvoller Inaktivierung der Alarmanlage wieder zu starten gewesen wäre, was zwangsläufig unser Schicksal besiegelt hätte, musste der Motor weiterlaufen.

Trotz der beschissenen Lage beschloss ich für die Nachwelt noch ein Bild zu schiessen. Aber selbst der Kameraverschluss steigerte das Aggressionsniveau und wieder flog eine Ladung Sand. Wir verhängten striktes Fotografier –und Rauchverbot. Unterhielten uns fast lautlos und vermieden direkten Blickkontakt mit dem Elefanten.

 

Ich überlegte..... Es war anders wie sonst. Trotz unzähliger Begegnungen mit Elefanten in allen Ländern des südlichen Afrika, ob beim Frühstücken oder nachts hinter dem Zelt oder im Auto aus nächster Nähe, trotz einiger erlebter Scheinangriffe, war es dieses mal einfach irgendwie anders...! Scheinangriffe ja, dennoch enden die normalerweise 10 m vor dem Gegner. Außerdem folgt irgendwann der Rückzug oder man selbst hat Gelegenheit sich aus dem Staub zu machen...

Anders hier.

Auf die Frage wie es denn ausgehen würde, sagte ich: Gut! Alles nur Scheinangriffe! Cool bleiben!

Dessen war ich mir allerdings nicht so sicher. In Wirklichkeit dachte ich, wenn das Schicksal unser frühes Ableben schon vorgesehen hat - dann eben hier.

Nach einiger Zeit wendete sich der Bulle einem Busch zu und begann etwas lustlos zu fressen. Hatte uns dabei aber weiter fest im Blick. Er zeigte nicht die geringste Tendenz weiterzuziehen. Irgendwann hatte ich Udo überzeugt bei durchgetretener Kupplung die Drehzahl mal etwas zu steigern um die Reaktion zu sehen. Von etwa 1000 rpm auf 1500rpm, ganz langsam....

Der Bulle hat es gleich bemerkt uns hat uns wieder voll im Visier. – Scheisse! Irgendwann fällt es einer dieser Automatikkameras ein das Objektiv zu schliesen.- Scheisse, der 2. Angriff, ich sehe den Stosszahn schon durch Scheibe kommen und denke, scheisse, das wars jetzt, da bremst der Bulle wieder ab, Sand fliegt auf die Kiste und nach weiteren 5 Minuten wendet er sich wieder dem Busch zu.

Also jetzt nichts mehr riskieren, denke ich. Da weist mich Udo auf die Schwankende Drehzahl und auf die Tankanzeige hin- Ich denke wieder-ach du scheisse!

Das ganze dauert jetzt schon 45 Minuten. O.k,, falls es nicht anders geht müssen wir hier eben in der Karre übernachten. Der Bulle zieht jetzt ein Stück weiter, hat uns aber noch gut im Blick und wir stehen jetzt mit dem Heck zu ihm. Ein Synchro nähert sich, sieht das Problem, stoppt kurz, fährt aber auf der linken Schluchtseite aus dem Bereich raus. Das verdammte Arschloch hätte unbedingt ebenfalls abwarten müssen! Der Bulle macht sich nun etwa 20 m hinter uns an einem Baum zu schaffen und verliert langsam das  Interesse an uns. Hat uns aber noch immer im Blick. Ich denke mir, wenn nicht jetzt dann nie, überzeuge den Udo und dann, einkuppeln Gas und so schnell wie möglich weg hier. Der Bulle macht noch ein paar Schritte vor bleibt dann aber stehen. Es war anscheinend wirklich ein guter Moment. Aber wieder denke ich, ach du Scheisse, denn Nr. 2 und Nr. 3 kommen nicht hinterher. 200m weiter warten wir.

Jetzt wendet sich der Bulle Nr.2 und Nr. 3 zu. Die Aggressivität nimmt allerdings ab. Keine Angriffe mehr. Wir warten noch 20 Minuten bis auch die beiden anderen 4×4’s ne Chance sehen weiterzukommen.

O.K., jetzt ist klar, wir habens überlebt! Also für alle diejenigen, die durchs südliche Kaokoveld kommen, die Elefanten sind hier wirklich agressiver, grösser und der Bull of Hoanib ist wahrscheinlich der schlimmste von allen! Aufpassen!!!!

Wir halten an. Unser Kanadier ist immer noch recht blass und sagt immer nur You’re crazy! Er hatte wahrscheinlich recht! Wir trinken erst mal ein Bier.

Es ist mittlerweile Nacht. Allerdings wollten wir nicht im Hoanib  übernachten. Unser Kurs soll direkt nach Osten Richtung Seisfontein führen.

Die Weggraphik verrät allerdings recht schnell das dies nicht der Fall ist. Wir bewegen uns Richtung Nordnordost!

Östlich vom Poort teilt sich das Tal, wir  (nicht wir, der Reiseleiter wars!) haben uns hier versehentlich für den Weg über Ganamub entschieden. Der Umweg ist etwa 60km. Allerdings Nachts den richtigen Abzweig zu finden ist Glückssache und wir ersparten uns die „extreme dust fields“ die uns auf einer Strecke von 25 km auf direktem Ostkurs nach Sesfontein erwartet hätten. Nun ja, Hauptsache man weis wo man ist, wenn man schon falsch gefahren ist. Wir bleiben also auf diesem Weg..

Ohne weiteren Elefanten zu begegnen (es war stockdunkel) treffen wir nach 23 km im Ganamub Valley auf die „Hauptstrasse“ Purros-Seisfontein (DR3707). Waren ab hier noch etwa 27 km dorthin. Das GPS zeigt später Distance to Destination 10, 9, 8, 7, 6 km....dann stellt man fest dass die Strecke zum Zielpunkt wieder zunimmt.... GPS zeigt Distance to Destination 7, 8, 9 km, auch eine Kursänderung bleibt keinem verschlossen! 4×4 Nr.2 hat selbst ein GPS dabei und die Zweifel werden groß.

Das schlechte Gewissen des Reiseleiters in 4×4 Nr. 2 und dann auch noch in 4×4 Nr. 3, zwingt wild gestikulierend 4×4 Nr.1 zur Erklärung und Lagebesprechung anzuhalten. Wir tun das so.

Aber alles ist gut! Der Blick auf die Karte verrät, dass der Seisfontein Pass einen weiten Bogen um den Talkessel macht in dem die Stadt liegt, das erklärt, dass wir uns zeitweise wieder vom Ziel entfernt haben. Nicht alle Zweifel sind damit ausgeschlossen aber wir können zumindest weiterfahren.

Und siehe da, irgendwann gegen 9PM erreichen wir Seisfontein und auch das alte Deutsche Fort wo wir übernachten wollten. Alles ist gut!

Wir hatten einen wahnsinnigen Hunger und noch mehr Durst. Irgendwie können wir den Deutschen Besitzer noch davon überzeugen, ein paar Reste in der Küche in die Pfanne zu hauen. Es gab Steak und irgendwelches Gemüse mit Kartoffeln und Nudeln. Und es hat absolut scheisse geschmeckt aber immerhin hatten wir was im Bauch. Um das Essen verträglich zu machen waren wirklich einige Biers und GT’s erforderlich.

Wir redeten noch lange über den Bull of Hoanib. War es das Biotop, der Verkehr in dem engen Tal? Hat er Zahnschmerzen? Oder war der Bulle nur einfach durchgedreht? - Wer weis es schon?! Wir habens auf jeden Fall überlebt!

Im Fort treffen wir den President of the Namibian Tourist Association. Ein Deutscher. Die größte Pfeife auf dem ganzen Kontinent. Dieser armselige Mensch hat noch armseligere Touries dabei und fährt die für viel Geld durch das Land. Wir sollten ihn noch zweimal treffen, was wir dort aber noch nicht wussten.

Obwohl wir nicht gerade zimperlich sind, muss man heute sagen, ein heftiger Tag mit viel Adrenalin und schön dass es uns alle noch gibt!

 

Der vierzehnte Tag

Seisfontein ist zwar nicht umwerfend, aber schon so etwas wie eine Oase. Denn hier gibt es ziemlich viel was es sonst weit und breit nicht gibt!

Den Tag haben wir erst mal mit einem richtig guten Frühstück im Fort angefangen. Das Fort ist schön restauriert, die Anlage gut. Und trotz des mässigen aber immerhin noch gemachten Essens am Vorabend ist das Fort weiterzuempfehlen. Wir treffen hier auch Die Leute aus dem Synchro, der im Hoanib unsere Situation nicht gerade gebessert hat. Das Arschloch stand diesen Leuten schon ins Gesicht geschrieben, nicht der Worte wert, man kann nur sagen fuck you!

Immerhin hatten die Glück, das sie tanken konnten. Gab außer uns nämlich noch mehr Leute, die der Ansicht waren: “fuck you“

Nachdem wir auch die Tanks wieder befüllt hatten, sahen wir uns etwas um. Fanden einen Bottle Store und machten die Kühlboxen wieder randvoll.

Heute war ein relaxter Tag. Bis zum Tagesziel, waren es gerade mal 120km auf recht guter Schotterstrasse. Das Kaokoveld hatten wir nun hinter uns, vor uns lag das Damaraland.

Auf dem Weg nach Palmwag hielten wir noch mal  in Warmquelle. Nachdem 4×4 Nr.1 die recht präzisen Angaben im Lonely Planet zunächst völlig missinterpretiert hat, fanden wir schließlich doch, dank 4×4 Nr. 2 die sogenannten hot springs, arthesische Quellen, die z.Zt. aber eher ein Schlammbecken bildeten. Also keine ausgesprochene Badeoase!

Wir verließen Warmquelle und erreichten um die Mittagszeit die renomierte Palmwag Lodge. Der Campingplatz und die facilities sind hier sehr gut. Nach fast zwei Wochen im Busch sollte man hier zweimal Duschen schon einplanen! Da wir besonders die letzten paar Tage genug Wild aus nächster Nähe gesehen haben, waren uns die Viecher hier im Damaraland recht egal und wir relaxten am Pool mit dauerhafter GT-Versorgung von der Bar. Und plötzlich da war er wieder, die größte Pfeife auf dem Kontinent, der President of the Namibian Tourguide Association. Aber wir hatten bereits den Zustand maximaler Entspannung erreicht, somit war auch das egal! Mit ein paar Steaks und weiteren GT’s ging ein entspannter Tag zu Ende.

 

Der fünfzehnte Tag

Der recht große Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht hatte hier, zu unserer Überraschung am Morgen, beachtliche Pfützen auf den Dachzelten zur Folge. Ein schnelles Frühstück, und nachdem der Kram wieder halbwegs trocken war verließen wir Palmwag für unsere Verhältnisse schon recht früh.

Nach der hemmungslosen Entspannung gestern, waren heute ein paarhundert Kilometer gutzumachen. Der Trip führte uns durchs Damaraland nach Süden.

In Uis einem kleinen Nest südöstlich vom Brandberg besorgten wir was zum Essen und ohne viel Zeit zu verlieren dann weiter Richtung Küste und dann nach Swakopmund. Die zweitgrößte Stadt des Landes ist fest wie die übrige Landesmitte in deutscher Hand. Hotels, Bars, Einkaufscenter der absolute Kontrast zu dem was wir im Norden gesehen haben.

Da der Benguelastrom Swakop oft mit einer kühlen Nebelwand überzieht, hatten wir hier auf Gut Richthofen bei Adolf und Elfriede gebucht. Der wohnt 11km westlich und dort ist dann bereits wieder trocken heißes Namib Klima. Adolf und Elfriede aus Köln sind richtig entspannte nette Leute und deren Burg in der Namib, ist in jedem Fall eine gute, originelle und auch bezahlbare Übernachtungsmöglichkeit.

Die B2 von Swakop herkommend biegt man nach der Zollstation Nonnidas z.B. über die D1911 nach rechts ab und folgt der zur B2 parallel verlaufenden Gravelroad noch ein paar km nach Osten. Da ist es dann.

Nach dem ganzen kargen Leben der letzten Zeit haben  wir uns in der Stadt dann zunächst mal, je nach Geschmack, rießige Fleischbrocken reingehauen. Vom Mega-Steak bis zum weltklasse seafood war alles dabei.

Über das Casino im ehemaligen Bahnhof landeten wir schließlich im O’Kellys. Einer der wenigen Läden wo man nach 1AM noch was trinken kann, aber auch vorher schon unbedingt was drin haben sollte!

Das Night Life in Swakop hat sich seit 10 Jahren nicht geändert. Ein paar Bars und zwei sehr überschaubare Discos. Sollten wir irgendwann von unseren wichtigen Aufgaben in Deutschland die Nase voll haben, wäre eine gescheite Kneipe hier und eine Farm im Hinterland genau die richtige Sache, wie Udo richtig feststellte.

 

Der fünfzehnte Tag

Morgens ging gar nichts. Wir mussten ausschlafen!

Gegen 14 Uhr gabs neben Kaffe, Kuchen und Schnitzel im Kaffee Anton auch wieder das erste Bier. Nachdem wir die alte Landungsbrücke besucht hatten, schafften wir es gerade in die 20m weiter entfernte Kneipe zum GT und Campari Orange. Bei stahlblauem Himmel ein guter Tag zum Entspannen am Meer.

Zwei von uns waren allerdings gar nicht entspannt, sondern waren heute am Sonntag überall unterwegs um Sandboards aufzutreiben.

Das Sandboarder Paradies ist allerdings 10km südlich Richtung Walfishbay, dort gibt’s vom Sandboard bis zu korrekt hohen Dünen alles was das Sandboarder-Herz begehrt. Ich war nun aber wirklich gespannt ob Christian und Matze wohl was auftreiben würden und konnte deswegen noch nichts vom Sandboarderparadis verraten.

Die restliche Truppe war eher scharf auf eine Quad-Tour. Allerdings gab’s touristengerecht nur geführte Trips, was wiederum für uns gar nichts war!

Stunden später kamen Christian und Matze mit hängenden Ohren zurück-ohne ein einziges Sandboard.

Matzes Stimmung hatte einen Tiefpunkt erreicht, ohne ein Wort vom nahen Sandboarderparadies, machten wir uns auf den Weg zum Swakopmund Hotel. Ein bisschen zocken und dann weiter in die Platform 1, einem guten Futtertempel in der Hotelanlage.

Das Buffet, welches wir nun 3 Stunden  beackert haben ist sehr zu empfehlen. Bei Rotwein, Bier und ner guten Zigarre in dieser Reihenfolge, blieben kaum Wünsche offen.

Und doch, das Unfassbare war passiert, von der verdammten Dekoration hat sich eine Reiszwecke gelöst und war wohl in Stefans Suppe geraten!

Nach diesem schweren Schicksal stellte Stefan das Personal nun auf eine harte Probe: Nur die korrekte Cognacmenge im korrekt angewärmten Cognacglas, konnte alles wiedergutmachen. Aber nein, vom Gläserwärmen hatte man in Afrika (zum Glück!!!) noch nichts gehört!

Hatten wir noch  vor wenigen Tagen beim Essen auch immer etwas Sand zwischen den Zähnen und waren halb nackt himba-mässig um ein Lagerfeuer unterwegs, waren wir nun wieder in der Welt der angewärmten Cognacgläser angelangt!

Weil das so nicht gut war, war es höchste Zeit nochmals in das weite Land zum einfachen Leben zurückzukehren....

Den Abend heute, haben wir im O’ Kellys und danach im Grünen Kranz, dem zweiten Tanzschuppen am Ort ausklingen lassen.

 

Der sechszehnte Tag

Die Sandboards waren auch heute, am Tag des Aufbruchs in die Namib noch immer nicht aufgetrieben....!

Während wir Bier- und Steakvorräte nochmals auffüllten, waren Christbaum und Matze in einem „Afrika-OBI“ und haben dort Spanplatten besorgt, mit denen man wohl weltklasse sandboarden könne....skeptische Blicke....aber gut, man konnte die ja auch fürs Lagerfeuer nehmen.

Wir fuhren also Richtung Walfishbay und kamen auch 10km südlich von Swakop am Sandboarder Paradis vorbei. Hier gabs wirklich gute Sandboards und ne ganze Batterie von Quads.

Da man nun aber glaubte mit den „Afika-Obi-Sandboards“ gut ausgestattet zu sein, fuhren wir bald weiter. Unser Ziel war heute Sossousvlei, eine beeindruckende Dünenlandschaft mitten in der Namib. Über Kuiseb Canyon und Gaub Pass erreichten wir nach 6 Stunden Fahrt Sesriem.

Der Camping Platz war wie immer fully booked. Matze und ich machten uns an die Lösung des Problems und haben zwei Südafrikaner gefunden, die Ihren Platz mit uns teilten und somit war alles gut!

Während wir uns dem  Sonnenuntergang entgegengetrunken haben, reparierten unser technischer Chef Christbaum und Piez schnell deren Land Rover.

Wir haben es vermisst, es gab zwar wieder keine angewärmten Cognacgläser aber dafür ein spitzen Lagerfeuer und gute Steaks und Bureworsch, Bratwurst also.

In noch größerer Runde wie sonst verbrachten wir einen schönen abend unter dem geilen Wüstenhimmel hier.

Doch der Reiseleiter hatte frühes Aufstehen angeordnet! Obwohl der auch gerne lang und vor allem laut schläft, musste das sein.


Der siebzehnte Tag

5 Uhr, Lonner war als erster wach und hat uns geweckt.

Das eigentliche Sossousvlei, die Pfannen in denen der Tschauschab versickert wenn er Wasser hat, sind noch 70 km von Sesriem entfernt.

Bei Sonnenaufgang sollte man dann schon in der Gegend sein um die rießigen Sandberge im ersten Licht zu sehen. Wenn die Sonne später schon hoch steht, wird ausserdem das Dünenhochwandern wegen der Hitze zur wahren Herausforderung.

Wir lagen also gut in der Zeit und konnten uns den Sonnenaufgang, nahe dem Sossousvlei, umgeben von super Dünen reinziehen.

Dann Weiterfahrt durch tiefen Sand ins Vlei. Wirklich eine gute Sache hier.

Zunächst haben wir hier uns nun mit einem weltklasse Frühstück gestärkt. Dann der Aufstieg. 2 Schritte vor einer zurück.. Dann endlich der Test der „Afrika-OBI-Sandboards“:

Trotz wiederholten Anschiebens haben sich Matze und Christbaum nicht entscheidend von der Stelle bewegt! Ich soll das jetzt aber hier nicht weiter ausführen! Den Zuschauern hat es viel Spaß gemacht.

Um die Mittagszeit, brechen wir Richtung Swakopmund auf.

Die Wüste ist immer wieder gut.

Gegen 6 erreichen wir Swakop und nachdem wir den Sand los waren, war heute Abend Essen im Europahof.

Auch wieder bestens, von Crocsteaks, Wild, bis zu seafood alles da und abschließend ne gute, dicke Zigarre und en Cognac im kalten Glas.

Wer in Swakop ist, sollte Kücki’s Pub nicht auslassen. Dort hatten wir wieder viel Spaß. Besonders gerne erinnere ich mich hier an das Pfefferschnapstrinken. Obwohl es meiner Ansicht nach, ein sehr guter Pfefferschnaps war, hat das Matze überhaupt nicht so empfunden und hat sich noch Stunden später, nur beim Gedanken daran blassgrün verfärbt.

Auf der Rückfahrt zum Adolf setzen manche von uns noch ungeahnte Energien frei, um die heimische Verkehrsschildersammlung zu erweitern.

Ein weltklasse Tag!

 

Der achzehnte Tag

Am Morgen mussten die Schilder für die Schildersammlung transportfähig gemacht und verpackt werden.

Dann waren wir  unentschlossen. Soll man nun durch die Wüste zurück zur Farm, oder doch die langweilige Teerstrasse nehmen?

Irgendwann nahmen wir letztlich die Teerstrasse.

In Karibib sahen wir noch schnell beim local gem stone dealer vorbei und dann weiter zur Navachab Mine. Die Goldmine sieht schon von außen recht interessant aus, eine Besichtigung muss aber Tage vorher angemeldet werden. Wir fuhren weiter zur Farm.

Rückblickend muss man sagen, dass wir auch hier zumindest trinktechnisch gut zugeschlagen haben.

 

Der neunzehnte Tag

Christbaum und Matze besteigen den Kuduberg, der Rest beschäftigt sich mit Reparaturen und damit unsere 4×4s wieder halbwegs vom Sand zu befreien. Gegen Abend machen wir noch einen kleinen Trip über das Farmgelände.

Sylvia war heute nur für die Beilagen zuständig, und das war auch gut so.

Paul hatte schon den halben Nachmittag einen Hammel über dem Feuer.

Hammelessen und Bier vom Fass – immer wieder gut.

 

Der zwanzigste Tag

 

Erstes Tagesziel ist heute der Holzmarkt in Okahandja.

Nach etwa drei Stunden erfolgreichem Handeln ist vom Tokolossie, über Zauberstäbe, sowie der gesamten afrikanischen Fauna in Holz, ein breites Spektrum der afrikanischen Schnitzkunst in unserem Besitz.

In Windhuk steht jetzt die Übergabe der 4×4s an. Alles bestens. Das Problem mit dem Diff vor drei Wochen stellt sich als abgerissene Antriebswelle heraus. Ein Ermüdungsbruch, wie unser Werkstoffkundechef Udo feststellt.

Wir übernachten heute im Country Club.

Nach ner gescheiten Dusche treffen wir uns mit Martina und Frank Schwardmann in Jo’s Beer House in der Innenstadt.

An dieser Stelle besten Dank an Frank, der mir schon Wochen vor dem Trip gute Tipps und Karten zur Planung nach Deutschland geschickt hat.

Bei GT’s und Bier in Jo’s Beer House und dann fortgesetzt im Country Club war heute mit Schlafen nicht viel drin.

Ein guter Tag!

Der halbe Tag in Windhuk war allerdings etwas knapp. Sollte man zum Schluß zwei Nächte einplanen wenn man es noch nicht kennt.

 

Der einundzwanzigste Tag

Die Nacht war echt viel zu kurz! Aber gut!

Nach gutem Frühstück fährt uns der Chef von Camping Car Hire zum Flughafen.

Wir fliegen nach Johannesburg.

Wir verabschieden uns schon in Windhuk von Stefan, der 4 Stunden später nach Jo’burg fliegt und dort noch ein paar Tage bleibt. Außerdem waren kein Bussinessplatz auf unserem Flieger mehr zu bekommen...hähäha.

Fast hätten wir wieder einen herben Gepäckverlust hinnehmen müssen, aber das konnten wir noch eher zufällig verhindern.

In Jo’burg mieten wir einen VW-Bus und machen eine Tour.

Zunächst mal kurz rein nach SOWETO vorbei an meiner PJ-Klinik Baragwanath. Dann nach Down Town, Hillbrow und schließlich in die nördlichen Vororte nach Sandton. Soweto und Downtown sollte man übrigens nicht unbedingt besuchen, wenn man sich dort nicht auskennt!!!

Im Sandton City Shopping Center mussten wir Matze neue Socken besorgen, das war längst überfällig!

Der grasse Johannesburger Fahrstil hatte doch manche von uns sehr überrascht. Kein Spaß war allerdings die verdammte Gangschaltung unseres Busses. Aber irgendwie sind wir trotzdem wieder am Flughafen angekommen und am Abend dann nach Frankfurt geflogen.

 

Zur Statistik: Wir haben knapp 4000 km zurückgelegt. Die Gesamtfahrzeit lag bei 70 Stunden. Das macht im Mittel etwa 57km/h.


Wie schon gesagt, waren wir in Bestbesetzung unterwegs. Die Stimmung war weltklasse und wir haben in den drei Wochen zusammen viel gesehen und erlebt. Man kann nur sagen: Es war eine verdammt gute Sache!

 

Markus Geyer