NAMIBIA BOTSWANA ZIMBABWE
20. August bis 17. September 1996
MIT CHRISTBAUM, PIEZ, MATZE UND MAX
20.08.-21.08. Frankfurt - Windhoek 9300 km Windhoek - Audawib/Karibib 270 km
25.08-26.08. Karibib - Namib-Swakopmund 240 km
26.08.-27.08. Swakop - Brandberg 380 km
27.08. Brandberg-Etosha N.P. 400km
29.08. Namutoni - Katima Mulilo 1200km
Rundu - Bagani/Popa Falls 200km
Popa Falls - Katima Mulilo 345 km
30.08. Katima Mulilo - Ngoma Bridge - Kasane 150km
31.08. Serondela - Savuti 200 km
04.09. Gunns Camp - Maun - Victoria Falls 770 km
04.09. -07.09. Vic Falls/Zimbabwe
07.09. Vic Falls - Katima Mulilo 240km
08.09. Katima - Linyanti/Mudumu N.P. 140km
09.09. Mudumu N.P - Mamili N.P.
11.09. Runu - Otjiwarongo/Waterberg 400 km
12.09. Waterberg - Audawib/Karibib 250 km
12.09 - 15.09. Farm Neuschwaben/Audawib
15.09. - 16.09. Karibib - Windhoek 270 km
Am 20. August fliegen wir mit SA 261 von Frankfurt nach Jo´burg und dann weiter nach Windhoek, wo wir um 11 Uhr landen.
Endlich wieder in Afrika! - Wir sind hier etwa 1700m hoch, trotzdem ist es schon recht warm, der Himmel schön blau und wie gewohnt ohne Wolken.
Ein Teil des Gepäcks ist noch in Johannesburg, das ist eben Afrika, aber man verspricht uns das nachzuschicken.
Der Pickup steht dank Ute und Manfred am Flughafen und wir fahren dann von hier erst mal 40 km in die Stadt. Windhoek ist die Hauptstadt, hat immerhin 120000 Einwohner und ist Hauptversorgungspunkt für das ganze Land. Von Afrika ist hier noch nicht viel, eigentlich nur ein Wechsel von Deutschland nach Deutschland. Bank, die Aufträge von Audawib erledigen, Tanken, im Thüringer-Hof noch ein Schnitzel ´reinhauen, das erste Windhoek-Lager und dann ist es auch schon recht spät - hier dauert alles etwas länger!
Bis zur Farm sind es noch etwa 270 km, die man möglichst noch bei Tag fahren sollte, man erzählt sich, daß Zusammenstöße mit Kudus, Zebras oder anderen großen Tieren ungesund sein sollen!
Wir schaffen das dieses mal auch halbwegs.
So gegen 5 erreichen wir Karibib, eine kleine Stadt, die von einer Goldmine, von Lithium-und Mamorvorkommen lebt und nicht zuletzt von einer Kneipe namens Strobelhof, in die wir auch gleich mal einfallen. Irmi, die Besitzerin ist wie immer gut ´drauf. Es ist gerade Stromausfall, aber die Zapfanlage funktioniert auch ohne. Also ein paar Bier in die Birne und dann nochmal 40 km auf der C32, eine gute Schotterstraße Richtung Namib und Atlantik.
Die letzten 10km sind auf der weniger guten Farmpad zu fahren, und mit dem letzen Tageslicht erreichen wir Neuschwaben/Audawib. Die Farm liegt in der Seminamib, d.h. Wüstenklima mit heißen Tagen und kalten Nächten, hat eine Fläche von etwa 20000 Hekta, und wird als Jagd-und Gästefarm mit kleiner Rinderzucht von Ute und Manfred, alte Bekannte aus dem Odenwald betrieben.
Die nächsten Tage verbringen wir mit Jeepfahren, Reiten, Trinken und damit das Auto für die kommenden Wochen fit zu machen. D.h. die Kiste wird erst mal mit einer Land Rover Sitzbank bestückt, und schon ist der 3-Sitzer ein 4-Sitzer, weiterhin wird eine Minus 40 Coolbox und die zweite Batterie eingebaut. Insbesondere das soll uns das Überleben im Busch ermöglichen. Warmes Bier war immer eine Katastrophe, das ist ab heute vorbei!!!
Der Auspuff hat zwischenzeitlich ein beachtliches Loch entwickelt, wir machen einen Plan und und schon ist die Sache wieder O.K. Abgesehen davon ist die Karre dieses mal, jedenfalls für afrikanische Verhältnisse, sehr in Ordnung. Und Dank Christbaums Sachverstand und Können (Wenn er nichts kann...) sind die Probleme bald gelöst. Weiterhin wird der Jeep mit einem neuen Radio bestückt. Das war ein verdammter Fehler, da wir in den nächsten Wochen Matzes musikalisches Animationsprogramm ertragen müssen. (Es war nicht so schlimm, man gewöhnt sich an alles!)
Also nach den paar Tagen auf der Farm, war die Karre fit, für das was ich mal so in Erwägung gezogen habe.
Wir fahren weiter auf der C32 und durchqueren den nördlichen Teil der Namibwüste. Ein paar Strauße, kleine Fatamorganas und ein recht netter 4*4 Trail, vorbei an der Blutkoppe, versteinerte Wälder und riesige Erosinsfelder sind an diesem Tag angesagt.
Gegen Abend erreichen wir Swakopmund, die wohl deutscheste Stadt in SWA. Wir wohnen in einer Burg 15 km ausserhalb der Stadt bei Adolf. Riesige Gebäude mitten in der Namib mit geilem Blick auf die Mondlandschaft, das größte Erosionsfeld hier.
Das Wetter in Swakop ist wegen des kalten Benguelastroms die meiste Zeit des Jahres beschissen, eigentlich immer naß-kalt. Bewegt man sich ein paar km landeinwärts in die Wüste, wird´s trocken und heiß und der Swakop-Nebel ist von hier aus sicherer Entfernung zu erahnen.
Die Stadt ist allerdings sehenswert und von Hochseefischen bis Sandboarding auf den Dünen Richtung Walfish Bay ist hier auch einiges anzufangen.
Am Abend hauen wir uns im Europahof erst mal den Bauch voll. Seefood und Strauß, nicht schlecht aber viel. In Anbetracht mehrerer Vorspeisen dann auch klar, daß einigen von uns recht unwohl ist und wir danach zur Verdauung massig Alk brauchen.
Wir treffen Martina und Frank in Kücky`s Pub und machen einen Plan wie das Ganze die nächste Zeit so laufen könnte. Das Kaokofeld erweist sich wiedermal als eigene Story, die mindestens 2 Wochen dauert, und für jemand der zum ersten mal hier ist zu speziell ist. Also, next time- Weiter in die Namib ´rein oder sogar noch weiter durchs Outback zum Fish-River Canyon ist zeitlich auch nicht ´drin. Der Nordosten erscheint für die nächsten Wochen als gutes Gebiet, geil, wild und spannend. Das hat sich schon mehrmals bewährt, trotzdem auch noch einiges dort was ich vorher noch nicht ausprobiert habe-also dann.
So gegen 3 fallen wir aus dem Laden, wir waren wiedermal erfolgreich!
Am nächsten Morgen, decken wir uns dann für die nächsten Tage mit allemmöglichen und unmöglichem ein. Die ersten Namib Dünen nehmen wir noch mit, die sind zwar hier noch recht klein, aber immerhin.
An der Küste entlang, später dann Richtung Nordosten, erreichen wir am späten Nachmittag das Brandbergmassiv und die mit über 2500m höchsten Gipfel in Südwest. Der Berg der Götter, wie ihn die Hereos nennen ist umgeben von weitem Land und bietet in der Tsisab-Schlucht ein geiles Camp unterm afrikanischen Sternenhimmel, weit weg von der Zivilisation.
Die 15000 Jahre alten Felszeichnungen lassen uns kalt, nicht aber das Bier in der Minus 40!- Unser erstes Outdoorcamp-nicht übel.
Durchs Damaraland gehts weiter nach Norden. Mit Zwischenstops an der Fingerklippe und in Korixas erreichen wir bei Sonnenuntergang das Anderson-Gate und damit den Westrand der Etoshapfanne. Die Pads an diesem Tag waren gut, jedenfalls sind wir gut vorangekommen.
Wir campen in Okakuejo, bis jetzt das westlichste Camp am Südrand der Pfanne. Etosha ist touristisch voll erschlossen, zwar nicht so wie der Krüger-N.P. in Südafrika, aber immerhin so, daß nicht viel schiefgehen kann. Das beleuchtete Wasserloch in Okakuejo ist recht nett, das hat uns an diesem Abend die ersten Elefanten und Rhinos beschert. Jetzt gegen Ende des Südwinters ist das Land absolut trocken und das Wild an den Wasserlöchern massig und aus nächster Nähe zu erleben. Oryx, Kudus, Springböcke, Zebras, Giraffen, Gnus und Elefanten, in einem der wildreichsten Nationalparks in Afrika.-Beeindruckend für sich, wenn man sich ein paar Tage Zeit nimmt, für uns zum „warming up“ auch nicht schlecht. Die nächste Nacht sind wir in Namutoni, einem Fort aus deutscher Zeit. Nachdem Matze den legendären Sonnenuntergang auch hier verpaßt hat, bleibt uns zumindest noch die randvolle Kühlbox und Matzes Animationsprogramm-wir sind recht müde und gehen bald schlafen.
In Afrika eine Tour wie unsere von Anfang bis Ende durchzuplanen ist nicht machbar und völlig unnötig, da man nie genau weiß was der nächste Tag bringt, was die letze Regenzeit aus den Pads gemacht hat, wie das Auto läuft und nicht zuletzt wie man selbst ´drauf ist.
Das Ministry of Nature and Conservation in Maun/Botswana, sieht das allerdings nicht so, und verlangt von jedem, der die zweifelslos wildesten und geilsten Nationalparks, wahrscheinlich in ganz Afrika, besuchen will, eine monatelange Vorausbuchung. Der Zugang zu den Nationalparks reglementiert sich auf recht natürliche Weise selbst, durch die technischen Voraussetzungen, die man mitbringen muß und durch sprichwörtlich saumäßige Pisten, die sich nur die absoluten Fans antuen. Weiterhin werden die Fans dann nochmal durch Buchung oder Nicht-Buchung selektiert.
Die Geschichte mit dem unerlässlichen Permit noch in Kasane zu lösen, hat mich mal einen ganzen Tag gekostet. Die Camps waren wie immer fully booked, am Abend findest du dich dann mit Hand voll Leuten, von wegen ausgebucht, wieder.- In einem Camp das sich vom umgebenden Busch von nichts unterscheidet.
Die ganze Story dient dem Umweltschutz, ein gutes Argument, und so machte ich mir schlaue Gedanken über den Reiseplan und drei Monate vorher von Deutschland aus eine Buchung. Die nötigen Faxe kamen recht schnell, 4 Wochen später. Jetzt vor Ort hätten wir das Ganze drei Tage verschieben müssen um mit normalen Tagesetappen weiterzumachen zu können. Maun ist schwer zu erreichen und als es dann endlich mal funktioniert, hat die Sache mit der Umbuchung wegen des fehlenden Faxgeräts nicht hingehauen. Also dann weiter nach Norden. Auf den Teerstraßen kommen wir gut voran. Ab der „RED LINE“, einem Disease-Check Point, der das Farmland der Landesmitte von den Stammesgebieten des Nordens trennt, sind wir entgültig ´raus aus der Zivilisation. Hier beginnt Schwarzafrika. Das Bild wird jetzt nicht mehr von Farmzäunen, sondern von den typischen Zipfelmützendörfern und Brandrodung bestimmt.
Nachmittags sind wir in Rundu an der angolanischen Grenze, dort füllen wir die Tanks und wir essen die erste pink gefärbte Wurst unseres Lebens, die Matze treffsicher gekauft hat.-War aber bis auf die Farbe nicht übel! Die nächsten 200km bis Bagani/Popa Falls sind der eigenen Gesundheit wegen nur bei Tag zu befahren.-Angola ist hier nur einen Steinwurf entfernt und der Bürgerkrieg in diesem Land noch nicht entgültig überwunden. Übergriffe von angolanischen Rebellen kamen in letzter Zeit wieder häufiger vor und man hat uns deswegen eindringlich davor gewarnt die Strecke nachts zu befahren.
So machen wirs dann auch, und erreichen eine Stunde vor Sonnenuntergang Popa Falls und den westlichen Check Point des Caprivi-Strip.
Popa Falls ,der Mahango N.P.und der Okavango mit beeindruckenden Hippoherden, wären gute Gründe gewesen hier mal einige Zeit zu verbringen. Wir verschieben das auf den Rückweg.
Wir tanken nochmal, checken das Öl, erkundigen uns nach der Pad und machen uns dann auf den Weg durch den Caprivi Game Park.
Der Caprivi Highway ist seit Jahren im Ausbau, das größte Teilstück ist aber bis heute auf schwierig zu befahrender gravel road mit tiefen Spurrinnen, Schlaglöchern und permanent Wellblech zu bewältigen.
„Beware of Elephants!“ warnt ein Schild- das sollte auch so klar sein! Um halb 7 geht die Sonne unter, kurz darauf ist es stockdunkel. Wir fahren eine der Piste und dem möglichen Wildwechsel angemessene Geschwindigkeit. Kommt ein LKW entgegen, kann man locker erst mal auf Null ´runterbremsen, absolut keine Sicht!
Wir haben Glück, es ist Vollmond, da kann man schon einigermaßen sehen. Gegen halb 10 sind wir dann nach 1200km und plattgesesenem Arsch in Katima. Wir campen im Zambezi Camp direkt am Fluß. Die Baked Beans mit Nudeln Würstchen und weis der Teufel was noch sind super- nachdem wir den ganzen Tag Staub gefressen haben, geht. das Windhoek Lager auch wieder gut,
Das Strömungslehrebuch liegt immernoch eingestaubt und unbenutzt über dem Schweller, trotzdem ist der Matze heute total k.o. und schwächelt wiedermal. Obwohl ich uns Gin-Tonic gegen die Malaria verordnet habe, sind nur noch der Christbaum und ich in der Lage die erforderliche Menge einzunehmen.
Nun ja, die Stimmung hier oben ist nicht schlecht, sowohl auf Namibia-Seite als auch in Sambia am anderen Flußufer sind ein paar Feste am gehen, was am Getrommel festzumachen ist-wir hören dem zu und lassen uns langsam aber sicher vollaufen.
Am nächsten Morgen sehen wir das Ganze mal bei Licht-gute Sache hier.
Seit letzem Jahr, und bis auf einen Minimarkt und wenige neue Häuser auch seit 5 Jahren hat sich hier wenig geändert, das Chaos auf dem Dorfplatz, die Beschallung im Supermarkt, die Zeit, die hier anders läuft als in unserer Vorstellung. Auf alle Fälle hatten wir hier letzes Jahr in der Buschklinik eine gute Zeit und ein Stück Einblick in das was hier so läuft und nie laufen kann.
Wir kaufen nochmals Nudeln, Konserven und 40l Wasser, und fahren weiter Richtung Osten.
Die Piste ist schlecht wie immer, bei Ngoma Bridge verlassen wir Namibia. Die erste Hürde in Botswana ist der disease check point, hier muß durch eine mehr oder weniger mit Chemikalien gefüllte Wanne gefahren werden. Ist das geschafft wird die Karre nach landwirtschaftlichen Produkten durchsucht, die dann umgehend aufgegessen, oder dem netten Afrikaner übereigent werden müssen. Das Verfahren soll die Verbreitung der foot and mouth disease aufhalten.
Wir haben heute Glück der Kontrollposten ist nicht besetzt und ich kann mir an der Grenze selbst bescheinigen, das ich nur unbedenkliche Fracht geladen habe. Ich sehe im Veterinär- Buch, daß mittlerweile sogar Salz und Gewürze konfisziert werden-die Story dient wohl doch mehr der Versorgung der umliegenden Dörfer.
Weiter gehts über die Transitsrecke durch den Chobe N.P. nach Kasane.
Dort tauschen wir Geld, es ist Wochenende, aber es haut doch noch hin. Steaks und das was man noch so braucht, finden wir in einem keinen Supermarkt, der auf kleinstem Raum wirklich alles hat!
Für die nächsten Tage müssen Wasser und Sprit mitgenommen werden, die 400 km nach Maun, sind übele Sandpiste ohne Versorgungsmöglichkeit zwischendurch.
Am Stadtrand von Kasane beginnt der Chobe N.P., wir folgen an diesem Tag dem Flußlauf. Die Gegend hier ist ziemlich wildreich: Die „seltenen Elefanten“, auf dem Weg, neben dem Weg am anderen Flußufer, sehr zahlreich, für das Biotop schon seit Jahren zu zahlreich-große Teile des Gebiets sind total verwüstet!
Sable-Antilopen, Warzenschweine, Affen, Hippos, Giraffen, Zebras, alles was man sich so vorstellen kann.-Beeindruckend!- Der Tourismus hier hält sich, selbst hier in noch relativ leicht zugänglichem Gebiet, sehr in Grenzen. Wir erreichen Serondela, campen hier mit 5 anderen Gruppen auf einem 2km langen Camp am Chobe. Man hat also seine Ruhe.
Matze und ich sammeln Feuerholz, und haben dann auch irgendwann ein Essen hinbekommen.
Die Affen nerven wie Hölle, sitzen dann aber später relaxt in den Bäumen über uns. Wir sitzen wiedermal recht lange. Es knackt im Busch-noch weit weg, Elefanten eben. Eine Stunde später stehen sie uns allerdings gegenüber, Auge in Auge sozusagen, das ging dann doch recht schnell. Ein Glück, daß sie kurzsichtig sind!- Wir bleiben noch locker, bis ein guter Plan entwickelt ist. Der ist in Anbetracht der 10 m entfernten Herde auch schnell gemacht und wir verschwinden in die Zelte. Elefanten im Camp gehören dazu, aber man solte dann schon im Zelt sein, wenn sie vorbeikommen. Denke es war eine gute Idee. Es ist einen Moment still, und da ich völlig verdreht auf dem Boden liege, drehe ich mich ´rum. -Währenddessen hat ein riesiger Bulle direkt hinter uns geparkt und sich bei der Aktion ziemlich erschreckt. der laute und lange Brüller hat bei uns den Puls erst mal auf 200 hochgejagt und danach haben wir uns zunächst garnicht mehr gerührt. Später kam ein anderer Bulle direkt am Zelt vorbei, absolut lautlos, durch den noch offenen Eingang, waren erst der Rüssel und dann die wahnsinnig großen Füße zu sehen. Was uns an diesem Abend kaum gelungen ist, der Elefant ist nicht über die Zeltabspannung gestolpert! Obwohl die direkt über seinen Weg ging!- Wir könne´s eigentlich kaum fassen!
Die Herde zieht dann weiter zum Fluß und aus einiger Entfernung macht´s dann auch wieder Spaß die Viecher zu betrachten.- Das war ziemlich geil, aber für meinen Geschmack etwas zu nah!
Am nächsten Morgen besuchen uns einige Warzenschweine. Die sind war nicht so groß wie Elefanten, haben aber beachtliche Zähne und wir ziehen es vor auf bzw. im Auto zu warten bis sie weg sind!
Wir fahren weiter entlang des Chobe bis zum Ngoma Checkpoint. Von hier geht´s weiter Richtung Süden nach Savuti. Die 170 km sind wie immer schlecht zu fahren. Zunächst noch auf halbwegs vernüftiger Schotterstraße, vorbei an Dörfern entlang des Lake Liambezi, später dann Sand und tiefe Spurrinnen.- Das bringt den Spritverbrauch stellenweise auf 25l. Nach 4 Stunden erreichen wir Savuti. Das Camp wurde mehrmals von Elefanten plattgemacht und wir campen auf einem der heute ausgewiesenen Plätze. Savuti ist ziemlich Löwenverseucht, die hören wir in dieser Nacht aber nur aus der Ferne. Elefanten sind zwar in Sichtweite aber weit genug weg.
Hyänen laufen allerdings bis auf 2m ans Lagerfeuer dran, was dem Christbaum sehr zugesetzt hat. - Das ist aber vergleichsweise harmlos, sofern man nicht draußen schlafend ´rumliegt!
Wir sitzen noch eine Weile da und hören was der Busch heute so zu bieten hat, dann gehen wir schlafen und geben den Hyänen endlich die Chance sich das Lager mal genau anzusehen, was auch nicht mehr lange dauert.
Eigentlich wollten wir das Moremi Reserve im Norden des Okavangodeltas noch mitnehmen. Spritmangel zwingt uns aber dazu direkt nach Maun zu fahren.
Wir fahren durch die Savuti-Marsh nach Süden und verlassen den Chobe. Der Weg ist wie erwartet übel, zudem gibt es hier mehrere Verzweigungen und mehere Spuren.
An Wegweiser nicht zu denken, muß hier der Kompass ab und zu mal befragt werden, um die Richtung zu halten. Falsche Wege zu fahren, wäre bei unseren Spritvorräten ein ziemlich dummer Fehler.- Also lassen wir´s und treffen gegen Abend in Maun ein.
Wir campen im Crocodile Camp-nicht schlecht. Zum Essen und Trinken benutzen wir heute die Einrichtungen des Camps. es wäre für jeden von uns eine Zumutung gewesen das Geschirr noch zu spülen.
Wir treffen Judith und Stefan, zwei Deutsche, die momentan in Jo´burg arbeiten. Die Frage ist jetzt was wir die nächsten Tage am Besten machen. Tanken und zurück nach Moremi an den Rand des Deltas?- Da sind wir ja momentan!- Judith und Stefan fliegen ´rein, nach Chief´s Island.
Matze ergreift die Initiative und wir fahren am nächsten Morgen ´raus zum Flughafen, chartern einen Fliiger und buchen 2 Nächte im Gunns Camp, ebenfalls auf Chief´s Island mitten im Delta.
Nachdem unsere Kühlbox am Saft des Croc-Camp hängt, die Zelte wieder abgebaut sind, und das Auto bei AVIS abgestellt ist, fliegen wir dann los. Der Flug macht Spaß, zwischen den Wasserläufen sind immerwieder kleinere Inseln und darauf ein paar Tiere zu sehen, wir überfliegen ein recht großes Buschfeuer und landen später auf dem holprigen Airstrip des Gunns Camp.
Vom der Landebahn sind es dann noch 20 Minuten zu Fuß. Das Camp liegt direkt am Wasser, umgeben von dichtem Busch.- Schön hier. Während Piez, Christbaum und ich erst mal ein Bier trinken, ist der Matze schon unterwegs, um einen Zeltplatz zu suchen.
Er hat auch einen schönen gefunden, der liegt malerisch an einem Wasserlauf, und ist den Bäumen und Büschen nach zu urteilen oder dem was noch steht, eine Hippo- und Elefantenverwüstungszone.
Damit es uns nicht genauso geht gehen wir auf einen Platz 50 m weiter. der ist nicht so schön aber möglicherweise besser.
Der Matze ist wahnsinnig enttäuscht, so sehr, wie sonst nicht oft. - Das tut uns sehr leid!
Das die Entscheidung nicht ganz schlecht ist, sehe ich wenig später, als ich nochmal zum Fotomachen dahin gehe und ein Hippo im Busch in meine Richtung Anlauf nimmt...so schnell bin ich selten gerannt-O.K.
Nach einem schönen Sonnenuntergang grillen wir ein paar Steaks zu Schuhsohlen und trinken mit den restlichen Campbewohnern noch ein paar Bierchen. Die Hippos, die sich gegen Abend am Ufer ´rumtreiben machen sich auch bemerkbar- gute Sache!-
Das unsere Zelte „etwas außerhalb“ stehen, macht die Geschichte noch etwas spannender.
Die Stimmung ist wie immer gut und das Aufstehen am nächsten morgen dementsprechend schwierig!- Ich mache mich erst mal auf Richtung Busch-Dusche.
Die ist heute nur mit Schwierigkeiten zu erreichen, da eines der Rüsseltiere in der Nähe ist und Frühstückt. Ich gehe langsam weiter, die Viecher sind ja kurzsichtig .
Wir sind heute mit zwei Einbäumen unterwegs. Die Mokoros, so heisen die Dinger hier, sind leicht undicht und so ist der Arsch bald naß.
Wir schippern so den ganzen Tag fast lautlos durch die Wasserläufe, sehen unzählige Vögel, und Elefanten. Crocs bleiben uns zum Glück erspart, jedenfalls haben wir keine gesehen!- So gegen 10 legen wir an einer der Inseln an, und machen uns zu Fuß auf.. Das war neu, ohne Gewehr durch den Busch zu laufen, aber unser Guide scheint sich gut auszukennen. Der Game Walk dauert so etwa 2 Stunden Zebras, Gnus, Impalas, Kudus, Warzenschweine, Rüsseltiere, alles aus der Nähe und eben zu Fuß.
Um die Mittagszeit, laufen wir eine neue Insel an, und hauen uns dort aufs Ohr.
Da es mittlerweile heftig warm ist, geht jetzt erst mal nichts mehr!
Ein paar Stunden später machen wir uns auf den Rückweg zum Gunns Camp.
Ein schöner Tag!
Am Abend treffen wir wieder auf Judith und Stefan. Da der heute Geburtstag hat ist auch diese Nacht gerettet und ohne viel Schlaf hinter uns gebracht.
Nach kurzem Fußmarsch ist der Airstrip erreicht, und wir fliegen zurück nach Maun.
Ein Hinterreifen ist platt, zum Glück nur das Ventil. Das wird im Tire Shop ausgewechselt und der Reifen mit einem Schlauch bestückt, da die richtige Ventilgröße für den Tubeless nicht zu bekommen ist
Nach dem das Beste, die randvolle Kühlbox, wieder an Bord ist, fahren wir auf guter Teerstraße Richtung Francistown nach Osten und dann ab Nata nordwärts.
Am unvermeidlichen Seuchencheckpunkt, verlieren wir beim öffnen der Heckklappe unsere letzte und einzige Ketchupflasche, neben einigen Bierflaschen, Rama und ...
Den Kommentar: „Your car is bad packed“ können wir voll unterstreichen aber dieses Problem konnten wir trotz vieler Bemühungen nicht lösen.
Gegen Abend erreichen wir Kazungula, die Grenze Botswana-Zimbabwe. Der Grenzübertritt haut heute problemlos und recht schnell (!!!) hin.
Bei Sonnenuntergang erreichen wir unseren Campingplatz in Vic Falls.
Nachdem die Zelte stehen, fahren wir in die Stadt , buchen das Rafting, eine wahnsinnige Geschichte, die das Geld wert ist.
Danach zur Vic Falls Safari Lodge, den Bauch vollhauen mit Wartock und Springbock vom Grill.
Da der Matze Morgen 25 wird, nehmen wir die Gelegenheit war, feiern ´rein, in der einzigen Disco im Ort-volles Rohr.
1855 wurden die Vic Falls von David Livingstone entdeckt. Bis heute hat sich um die Fälle eine beachtliche Stadt entwickelt, touristisch voll erschlossen aber immernoch überschaubar. Wen wunderts, der „Rauch der donnert“, wie das Ganze von den Eingeborenen genannt wird, ist beeindruckend. Der Zambezi fällt hier auf einer 1,7 km langen Abbruchkante 110m tief.
Vom Devils´s Cataract über die Main Falls zum Boiling Pot, wandern wir die Schlucht entlang.-Weltklasse!
Wir fahren auf die Zambia-Seite der Vic Falls. Hier kann man den weltweit tiefsten Bungi-Jump machen.-111m, das klingt nicht schlecht. Matze und ich checken ein, der Christbaum dann auch- Das erste mal ist eine Katastrophe..
Die Schlucht ist schön, der Sprung auch- ob´s das Geld wert ist? -Na klar!
Wir gehen danach nochmal zu den Wasserfällen zurück und sehen uns das nochmal in aller Ruhe im Abendlicht an.
Auf dem Campingplatz zurück, treffen wir wieder Judith und Stefan - Afrika ist eben klein!
Wir gehen Essen und geben uns den Rest in dem Laden von gestern.
Nachdem sich die Autoschlüssel endlich in meiner Tasche wiederfinden, fährt uns Stefan ´runter zum Treffpunkt.
Heute, einen ganzen Tag Rafting in der Schlucht unterhalb der Fälle.
Es geht wieder richtig zur Sache, das Beste was man in Sachen Rafting auf der Welt so machen kann. Die Story ist schwer zu beschreiben, man hat das Gefühl zu ersaufen, der nächste Abschnitt dann wieder was fürs Auge, Crocodile inclusive, dann der nächste Rapid...
Mittags um 4 sind wir 24 km gepaddelt. Das geht noch bis zum Kariba See so weiter aber ein Tag ist O:K. Ziemlich platt laufen wir 100 m hoch, wieder ´raus aus der Schlucht. Wir haben´s überlebt und neben Action und „langem Tauchgang“ am 7er Rapid auch jede Menge Spaß gehabt.
Zurück im Dorf, bleiben wir heute im Camp, genießen den letzen Abend hier am Feuer.
Nach ein paar spannenden Tagen in Zimbabwe fahren wir heute auf der Kazungula Road zurück nach Katima. Nach mehrmnaligem Grenzstreß und „1000 Schlaglöchern“ erreichen wir den Ostcaprivi bei Sonnenuntergang.
Auf der schwimmenden Bar gibt´s noch ein paar Drinks, Futtern und dann wie immer das Unvermeidliche...
Wir besorgen nochmal allesmögliche für ein paar Tage im Busch. Das stellt besonders Sonntags ein mittleres Problem dar, aber schließlich ist es doch geschafft.
In der Gegend hier gibt´s zwei neue und noch unerschlossene Nationalparks, von denen man bisher nur gehöhrt hat aber noch kaum jemand dort war, vorallem noch keine Odenwälder!
Wir fahren nach Süden Richtung Botswana-Grenze zu den Flüssen Linyanti und Kwando.
In Lynianti finden wir auch einen Bottle Store, die hatten in Katima alle zu, was uns ernsthaft Sorgen gemacht hat. O.K. Biernotstand ist vorbei! Weiterhin kann man hier im „Get Lucky“ auch nochmal tanken, wie der Name verrät bleiben hier auch sonst keine Wünsche offen..
Unser Plan war heute in den Mamili N.P. zu fahren, irgendwie haben wir aber den Ort verpaßt an dem´s zum Mamili abgeht. Der Kompass verrät uns irgendwann daß wir zu weit sind.
Also neuer Plan: Heute der Mudumu N.P.
Die Geschichte ist wiedermal ein wahres Off Road Vergnügen, trotzdem versuchen wir die Sache sicher zu machen, hier am Arsch der Welt muß nicht unbedingt ´was schief gehen!
Wir fahren z.T. direkt dem Flußlauf nach, z.T auch entlang der Kwando Sümpfe. Ohne viel Mühe sind wieder zahlreiche Tierherden zu sehen-
Da es bald Dunkel ist, muß noch schnell ein geeigneter (!) Zeltplatz gefunden werden. Der Matze hat da wieder gute Ideen aber man muß ja nicht immer das erst Beste nehmen!
Irgendwann tauchen aus dem Busch ein paar Rundhütten auf. Wir denken zuerst an ein Militärcamp, wie wir´s im Chobe gesehen haben, beschließen aber uns das mal näher anzusehen.
Die sechs Hütten scheinen zu einem verlassenen Wildlifecamp zu gehören. Buschduschen, eine Küchenhütte und ein großer Wassertank, der allerdings nicht mehr auf dem Turm steht. Das Camp sieht recht verwüstet aus-wahrscheinlich wiedermal Elefanten. Außerdem scheint schon ewig niemand mehr hiergewesen zu sein.
Ein schöner Platz!- Wir belegen eine der Hütten mit Blick auf den Kwando, kehren den Staub ´raus und hängen die Mosquitonetze auf.´
Das war wirklich Glück!-Ein ganzer Nationalpark für uns alleine und dann noch dieses geile Camp!
Etwas unterhalb von uns lassen sich´s die Hippos gutgehen. Elefanten sind auch wieder in der Nähe!- Wir gehen deshalb wiedermal etwas früher schlafen!-Das Feuer, daß einem die Viecher vom Hals hält ist heute auch nicht so die Krönung!
Wir fahren zurück Richtung Sangwali, finden das Buschdorf heute und damit den Weg zum Mamili.
Dieser Nationalpark umfaßt die Sümpfe des Linyanti und das dazugehörende Überschwemmungsgebiet im Südcaprivi. Auf der anderen Flußseite liegt Botswana.
Dort, in der Chobe Forrest Extension sind einige geile Camps von Jagdsafariunternehmen.
Wir sind diesesmal auf Namibia-Seite und zahlen für das Ganze nichts.
Der Wegeplan, den man uns mitgegeben hatte, erweist sich als ungenau und so haben wir uns bald total verfahren und der Kompass muß wieder ´raus.
In der Nähe eines kleinen Kanals finden wir ein Camp. Das das hier eine Rangerstation sein könnte stört uns nicht und wir bleiben hier.
Der Platz ist schön, große Bäume, Lianen. Der Matze hängt sich da gleich mal dran und landet nach einem Meter im Dornenbusch.
Nach dem die Buschburger gegessen sind, brüllt erst ein Elefant und gleich darauf ein Löwe, sehr nahe hinter uns im Busch. Wir warten ab, das Ganze wiederholt sich, jetzt brüllt nur der Löwe. -Wir gehen dann recht schnell in die Zelte,um halb neun (!), legen vorher noch eine korrekte Benzinspur und warten wieder ab. An Schlafen ist bei den wenigsten von uns zu denken, die Sache ist zu spannend!- Obwohl man im Zelt sicher ist, ist das doch eine sehr beeindruckende Geschichte. Bei jeder Bewegung, oder jedem meiner gefürchteten „Schnarcher“ antwortet der Löwe mit heftigem Gebrüll.- Da bekommt man ziemlich Respekt.
Gegen Morgen laufen 3 oder 4 Löwinnen zwischen Zelten und Lagerfeuer durch das Camp. Das Feuer ist mittlerweile ´runtergebrannt.
Um 4 ist auch bei mir die Nacht vorbei, alle 10 Minuten ein kräftiger Brüller...
Ich überlege mir einen Fluchtplan für den nächsten Morgen...das erübrigt sich aber so oder so, da 4 Parkranger eintreffen.
Nach dem wir mit deren Hilfe unsere Position bestimmt haben fahren wir zurück, wie immer auf Umwegen.
Nach der Caprividurchquerung erreichen wir gegen Abend wieder den Okavango bei Rundu.
Wir sind wiedermal saudreckig - mit einmal Duschen ist das heute nicht erledigt!
In der Sarasungu River Lodge schlagen wir kräftig zu.
An diesem Tafelberg verbringen wir nochmal eine Nacht auf unserem Weg nach Süden.
Obwohl auch hier, wie überall im südlichen Afrika Raubwild unterwegs ist, ist die permanente Hochspannung jetzt vorbei und wir sitzen bis 3 am Feuer.
Auf guter Teerstraße fahren wir zurück nach Karibib auf die Farm
Wir sind zurück auf der Farm. Das Auto wird wieder in Ordnung gebracht. Der Vergaser hat Probleme gemacht und bekommt vom Christbaum eine neue Dichtung.
Außerdem ist Relaxing, Reiten und Bergwandern auf dem Hausberg angesagt.
Wir erklettern den 1550 m hohen Kuduberg.
Dazu muß man aber wissen, daß die Farm selbst schon 1200 m hoch liegt.
Der Blick von hier oben über das weite Land ist weltklasse, außerdem gibt´s einen Adlerhorst und jede Menge Schlangen.
Die Sonne ist am untergehen und wir machen uns dann langsam auf den Rückweg.
Die kommende Nacht ist wieder lang. Nach einigen Biers und Botswana Specials ist die Stimmung auf dem Höhepunkt!
Wir haben hier eine geile Zeit.
Wir bleiben noch eine Nacht bei Martina und Frank in Windhoek.
Nach letzten Besorgungen dann Richtung Flughafen und gegen 2 fliegen wir mittags nach Jo´burg.
Wir haben 5200 km zurückgelegt und in den 4 Wochen wieder viel erlebt.
Die Geschichte bietet immer etwas Neues, kein Gedanke an Langeweile!
Außerdem haben wir vier uns in unseren Fähigkeiten und Unfähigkeiten bestens ergänzt.-Genauso wie in Deutschland!
Abends um 8 hebt unser Jumbo ab und eine verdammt gute Zeit geht zu Ende.
Max Geyer